Darmgesundheit

Ursachenforschung Ursachen für einen Reizdarm

Entzündungen als Auslöser für überempfindlichen Darm

Verstopfung, Übelkeit, Krämpfe, Blähungen - beim Reizdarm-Syndrom, kurz RDS, wird die Verdauung zum Albtraum. Bislang stempelte man die etwa sieben Millionen Betroffenen in Deutschland aber oft als "eingebildete Kranke"

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Technische Universität München — www.wzw.tum.de

ab, weil keine organische Ursache für ihr Leiden bekannt war. Das dürfte sich nun ändern: Biologen der Universität München gelang 2010 der Durchbruch in der Ursachenforschung: Sie fanden heraus, dass Mikro-Entzündungen in der Schleimhaut zu einer Überempfindlichkeit des Nervensystems im Darm führen. "Dann setzt die irritierte Darmschleimhaut vermehrt neuroaktive Stoffe wie Serotonin oder Histamin frei", erklärt Studienleiter Prof. Michael Schemann. "Dieser Cocktail könnte die eigentliche Ursache der Beschwerden sein". Dafür spricht unter anderem, dass es viele RDS-Patienten entschieden besser geht, wenn sie ein sogenanntes Antihistaminikum nehmen — ein Mittel gegen Allergien.

Veranlagung für Reizdarm genetisch bedingt 

Forscher am Heidelberger Institut für Humangenetik haben entdeckt, dass bei Patienten, die unter einem Reizdarm, umgangssprachlich auch ein nervöser Magen genannt, das Serotonin-Rezeptor-Gen verändert ist. Dadurch wird die Signalübertragung durch den Botenstoff Serotonin gestört, es kommt zu einer Überreizung des Darms. 5 Millionen Deutsche sind vom Reizdarmsyndrom betroffen, Frauen doppelt so oft wie Männer. Eine wirksame Therapie rückt für sie nun näher. 

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Universitätsklinikum Heidelberg — www.klinikum.uni-heidelberg.de

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