Yoga

Woodstock reloaded Yoga-Festival

Den Studio-Komfort vermisst hier niemand: VITAL-Mitarbeiterin Michaela Rose guckte beim Berliner Yoga-Festival über den Mattenrand hinaus – und feierte eine quietschbunte Yoga-Party mit Hippie-Feeling.
Berlin Yoga Festival
   

Eine Ameise marschiert über meine Matte. Ich balanciere auf zwei Händen in der Krähe und schaue ihr nach. Bloß nicht auf ihr landen! Das wäre blöd für die Ameise – und für mein Karma. Ich praktiziere gerade unter blauem Himmel Jivamukti-Yoga. Und Jivamuktis sind überzeugte Tierschützer. Also kämpfe ich weiter um mein Gleichgewicht. Nicht leicht, denn meine Matte liegt auf einem Wiesenhang. In dieser Schieflage fühlen sich die Asanas recht schräg an. Aber für diese Open-Air-Klasse lasse ich Komfort gern sausen. Schließlich unterrichtet hier kein Wald und- Wiesen-Lehrer, sondern der New Yorker Dechen Thurman, Bruder von Hollywood-Star Uma Thurman. Da grassiert sogar unter Yogis das Mallorca-Handtuch-Syndrom: Auf den 200 ebenen Plätzen lagen schon 200 Matten, als ich kam. Rushhour beim Berliner Yoga-Festival. Egal, Dechen Thurman spaziert durch die Menge und instruiert uns sowieso per Mikrofon.

Geschminkte Kinder
Ohne ginge es auch nicht. Außer mir tummeln sich laut Veranstalter 4999 Yogis im Kulturpark Kladow. Klingt nach Massen-Event, fühlt sich aber besser an. Alles friedlich und relaxed, Schlange stehen muss ich nur vor den Dixi-Klos. Drei Tage Yoga nonstop: Wer möchte, macht von der Morgenmeditation um sechs Uhr bis zur Mondscheinklasse um Mitternacht durchgehend Yoga, badet in den Pausen im Wannsee und zeltet im riesigen Park.

Ich möchte nicht. Ich bastle mir aus 68 Workshops, Vorträgen und Konzerten von mehr als 50 Yoga-Größen aus Europa, den USA und Indien ein lockeres Programm. Und lasse mich ansonsten treiben. Bleibe, wo es interessant erscheint. Gehe, wenn ich genug habe. So machen’s hier alle. Wie in einem Ameisenhaufen, nur farbenfroh.

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Entspannung | Termine | Yoga