Alternative Medizin

Alternative Medizin Die Heilkraft der Musik

Manche Rhythmen gehen sofort in die Beine, andere wecken Erinnerungen oder setzen sich als Ohrwurm fest. Musik hat erstaunliche Effekte auf das Gehirn und den Körper. Immer mehr Studien belegen: Sie ist pure Medizin.
Die Heilkraft der Musik
       

Alfred Hitchcock wusste es. Schon vor 50 Jahren, lange bevor die zahllosen aktuellen Studien auch nur angedacht waren, setzte er auf Geigen. Nur wenige Töne. Ein quälend hohes Stakkato. Damit ließ er die Dusch-Szene in „Psycho“ unterlegen. Der wohl berühmteste Mord der Filmgeschichte verdankt seinen Gänsehaut-Appeal auch der Musik – und natürlich dem Komponisten Bernard Herrmann, dem Hitchcock dafür die doppelte Gage zahlte.

Musik macht uns Angst, sie lässt uns träumen, weinen, tanzen, alles vergessen und alles erinnern. Ihre Sprache wird überall auf der Welt verstanden. Und: Musik löst in unserem Gehirn ein Feuerwerk von Nervenimpulsen aus. Sie beruhigt den Herzschlag, erleichtert das Atmen, senkt Blutdruck und Pulsrate. Eine Melodie kann Patienten im Wachkoma erreichen und bei jemandem mit Alzheimer verlorene Erinnerungen freilegen. Kurz: Musik ist Medizin.

Professor Gottfried Schlaug, Direktor des Music and Neuroimaging Laboratory der Harvard Medical School in Boston, hat ihre verblüffende Wirkung schon oft erlebt. Zum Beispiel gelang es einem seiner Schlaganfallpatienten nie, den Text von „Happy Birthday“ aufzusagen. Aber: Singen konnte er ihn. Autistische Kinder, die an seinem Institut zusammen mit normal entwickelten Kindern sangen oder Instrumente spielten, lernten schneller sprechen und soziale Kontakte knüpfen. „Mit anderen Musik zu machen aktiviert im Gehirn die sogenannten Spiegelneuronen“, erklärt Schlaug. Ohne diese Nervenzellen könnten wir nicht von anderen lernen und uns nicht in andere einfühlen.

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Musik | Psychologie