Alternative Medizin

Gesundheit Natürliche Arzneimittel

Weihrauch

Es waren quasi die ersten Weihnachtsgeschenke der Welt: Die Heiligen Drei Könige Kaspar, Melchior und Balthasar brachten dem neugeborenen Jesuskind Gold, Weihrauch und Myrrhe mit. Diese Gaben sind auch heute noch wertvoll – als hochpotente natürliche Arzneimittel, wie immer mehr Studien beweisen: Sie heilen unter anderem chronische Entzündungen, dämpfen Schmerzen oder stillen Blutungen.

Gold – Rheumahemmer

Schon das sagenumwobene Trinkgold der Alchemisten sollte alle Krankheiten heilen. Tatsächlich hat Gold einen nachweisbaren medizinischen Nutzen bei Arthrose: Seit den 1920er-Jahren spritzen Ärzte das Edelmetall gegen Gelenkschmerzen. Dänische Mediziner wandelten das Verfahren vor 16 Jahren etwas ab, indem sie die Injektionen direkt in die Gelenke oder deren Nähe setzen. Die winzigen Plättchen, Implantate genannt, sind nur ein bis zwei Millimeter groß. Die dänischen Forscher überprüfen auch den Heileffekt an den bisher 20 000 Patienten.
Ergebnis: Etwa 70 Prozent spüren nach drei bis sechs Monaten weniger Schmerzen, bei einem Viertel verschwinden sie ganz. Auch Morgensteifigkeit und Schwellungen in entzündeten Gelenken nehmen ab, der Abbau von Knorpelgewebe verlangsamt sich. Die Therapie mit den Goldplättchen wird in Deutschland nicht von den gesetzlichen Kassen bezahlt.
Ansprechpartner für Goldtherapien bei Gelenkproblemen sind die internistischen Rheumatologen.

Weihrauch – Heilharz

Sein stimmungsvoller Duft durchzieht jetzt Kirchen und Kaufhäuser. Der Brauch, Weihrauchharz zu verbrennen, ist sehr alt. Noch länger, nämlich seit mehr als 3000 Jahren, wird das Harz als Heilmittel in der indischen Naturheilkunde Ayurveda eingesetzt. Doch erst jetzt konnte ein Team um Prof. Oliver Werz von der Friedrich-Schiller-Universität in Jena enträtseln, wodurch es seine Kraft entfaltet: Bestimmte Harz-Inhaltsstoffe, die Boswelliasäuren, bekämpfen Eiweiße, die Entzündungen auslösen – mit weniger Nebenwirkungen als gängige Entzündungshemmer.
Weihrauchextrakte helfen auch bei entzündlichen Hautprozessen wie Neurodermitis und Schuppenflechte. Bei chronischen Rheumaleiden gehen Schmerzen, Schwellungen und Gelenksteifigkeit in 60 bis 70 Prozent der Fälle zurück, so der Tübinger Pharmakologe Prof. Hermann Ammon.
Eine indische Studie belegt, dass die Harzsubstanz bei 80 Prozent der Patienten mit der chronischen Darmentzündung Colitis ulcerosa die Beschwerden lindert. Weihrauchsäuren wirken aber auch auf Enzyme, die das fehlgesteuerte Immunsystem bei multipler Sklerose beruhigen.
Und: In klinischen Tests wies der Pharmakologe Prof. Thomas Simmet vom Institut für Naturheilkunde und Klinische Pharmakologie der Universität Ulm nach, dass Weihrauchextrakte das Wachstum bestimmter Hirntumoren bremsen. Noch reichen die Studien nicht aus, um Weihrauchpräparate in Deutschland als Arznei zuzulassen, aber sie werden als Nahrungsergänzungsmittel verkauft.

Myrrhe – Schmerzkiller

Rund 300 000 Deutsche leiden an schmerzhaften Darmentzündungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Ihnen hilft das Balsambaumharz Myrrhe (Apotheke).
Einer Studie zufolge sind 80 Prozent der Colitis- Patienten nach sechs Wochen Therapie beschwerdefrei. Myrrhe hemmt Leukotriene, körpereigene Botenstoffe, die Entzündungen auslösen und aufrechterhalten. Äußerlich aufgetupft, stillt sie Blutungen und lässt Hautinfektionen abklingen.

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