Erkrankungen

Wenn die Beine schmerzen Thrombose: Gefahr auf leisen Sohlen

Thrombose in den Beinen
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Wadenschmerzen und schwere Beine kennt wohl jeder. Ein anstrengender Tag im Büro kann kräftezehrend sein (mit diesen Übungen bleiben Sie auch im Büroalltag fit). Doch sollten Beine überhaupt schmerzen, wenn man den ganzen Tag vor dem Rechner sitzt? Immerhin benutzt man sie ja nicht, oder? Grund für das Leiden kann auch eine aufkommende Thrombose sein. Oft kommt die Krankheit nämlich zunächst recht unauffällig daher. Sollte man bei schmerzenden Beinen deswegen direkt zum Arzt laufen? Keinesfalls, doch empfiehlt sich der Blick auf die Symptome einer Thrombose. Leidet man auffällig oft unter einem Spannungsgefühl in den Beinen oder geschwollenen Knöcheln, ist eine Beratungstermin beim Hausarzt nicht die schlechteste Idee. Eines ist sicher: Ist ein Thrombus erst einmal gebildet, sind die Folgen oftmals verheerend. Im schlimmsten Fall drohen Lungenembolie, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Steckbrief Thrombose

Symptome: Wadenschmerzen, erhöhte Temperatur der Beinhaut, Spannungs- oder Schweregefühl in den Beinen, Verfärbungen der Beine, das Gefühl eines Muskelkaters

Behandlung: Oftmals reicht eine Behandlung mit blutverdünnenden Medikamenten. In schweren Fällen muss eine Operation die Thrombose lösen.

Vorbeugen: Sport, gesunde Ernährung und genügend Flüssigkeit können einer Thrombose vorbeugen. Thrombosestrümpfe verhindern einen Blutstau bei längeren Phasen mit angewinkeltem Bein.

Was passiert bei einer Thrombose?

Wenn wir uns beim Zwiebelschneiden den Finger verletzen und bluten, sorgen sogenannte Gerinnungsfaktoren dafür, dass unser Blut möglichst schnell gerinnt. Das ist auch gut so, sonst würden wir schon bei der kleinsten, offenen Wunde verbluten (unter der so genannten Hämophilie - einer gestörten Blutgerinnung - leiden in Deutschland circa 10.000 Menschen). Was bei offenen Verletzungen gut ist, kann im geschlossenen System allerdings fatale Folgen haben. Und genau das passiert bei einer Thrombose. Ein Thrombus ist ein, mal mehr, mal weniger großer Klumpen geronnenen Blutes. Im Normalfall kann dieses Blutgerinnsel vom Körper abgebaut werden. Es kann aber auch passieren, dass ein Thrombus durch den Körper wandert und dann Arterien und Venen verstopft. Passiert das vor dem Herzen, droht ein Herzinfarkt, in der Lunge löst er eine Lungenembolie aus (unser Ratgeber beleuchtet Lungenembolie genauer) und im Gehirn kommt es zu einem Schlaganfall.

Wie kommt es zur Blutgerinnung?

Im Großen und Ganzen kann es durch drei übergeordnete Umstände zu einer Thrombose kommen:

1. Es tritt eine Änderung der Blutzusammensetzung ein 

Gründe dafür können eine schlechte Ernährung, die Aufnahme von Toxinen oder die Einnahme von Medikamenten, wie etwa der Anti-Baby-Pille sein. Auch in der Schwangerschaft kann sich die Zusammensetzung des Blutes verändern. Ebenso wie bei langanhaltendem Flüssigkeitsmangel.

2. Die Blutströmungsgeschwindigkeit wird reduziert

Dies kann passieren, wenn Gliedmaßen durch äußeren Druck eingeklemmt werden oder (besonders Beine) über einen längeren Zeitraum angewinkelt bewegungsunfähig sind (wie beispielsweise bei langen Busfahrten oder Flügen). Auch Bettlägerigkeit nach einer Operation oder während eines Gipsverbands kann die Blutströmungsgeschwindigkeit herabsetzen.

3. Schäden der inneren Gefäßwände

In unserer Gesellschaft wohl der häufigste Grund für eine Thrombose. Gründe dafür können Rauchen, Verletzungen, altersbedingte Verschleißerscheinungen, Diabetes oder Entzündungen sein. 

Zudem gibt es verschiedene Risikofaktoren, welche die oberen Punkte begünstigen, beziehungsweise verstärken. Dazu gehören Übergewicht (Adipositas), Bewegungsmangel, ungewohnt starke, körperliche Anstrengung und Drogeneinnahme.

In welchem Bereich des Körpers entsteht ein Thrombus?

Ein Thrombus kann generell in allen Bereichen des Körpers vorkommen. Allerdings muss man zwischen arterieller Thrombose und Venenthrombose unterscheiden. Während die arterielle Thrombose nur sehr selten vorkommt, da sie nur dann auftritt, wenn die Blutströmungsgeschwindigkeit herabgesetzt ist, wird die Venenthrombose weitaus häufiger diagnostiziert. Zwar können Thrombosen auch im Arm entstehen, im überwiegenden Teil der Fälle tritt ein Thrombus aber in den Beinvenen auf. Aus diesem Grund sprechen viele Ärzte von einer Thrombose, obwohl eigentlich eine Beinvenenthrombose oder eine Phlebothrombose (eine Thrombose in der tiefen Beinvene) gemeint ist. Weniger häufig, aber umso gefährlicher, ist die Beckenvenenthrombose. Sie tritt vermehrt bei Schwangeren auf und ist durch die Größe der Gefäße eine ernst zu nehmende Bedrohung. Ein Thrombus kann unbemerkt von der Beckenvene bis hinauf zum Herzen oder der Lunge wandern, wo er dann verheerende Schäden anrichtet. Der richtige Sport während einer Schwangerschaft kann der Gefahr vorbeugen.

Symptome einer Thrombose

Bye bye Besenreiser und Venenschwäche
Tipps bei schwachen Venen

Aufmerksam solltet Ihr werden, wenn einzelne Symptome verhäuft oder mehrere Symptome gleichzeitig auftreten:

Leider ist es häufig so, dass Menschen, welche einmal unter einer Thrombose gelitten haben, immer wieder mit ihr kämpfen müssen. Man kann in diesen Fällen von einer Thromboseneigung sprechen. Gerade für diese Personen ist eine Früherkennung der Symptome wichtig. Der Grund für eine ständige Wiederkehr kann ein postthrombotisches Syndrom sein. Hierbei bleiben die betroffenen Venen verschlossen und es kommt zu Umgehungskreisläufen in Oberflächennähe, was dem Erscheinungsbild von Krampfadern ähnelt. Auch eine Venenschwäche kann für eine wiederkehrende Thrombose verantwortlich sein.

Einer erneuten Thrombose kann man allerdings mit verschiedenen Mitteln vorbeugen. Zum einen leistet Sport immer eine gute Hilfe. Hierbei solltet Ihr Sportarten, welche horizontal ausgeführt werden können, bevorzugen - beispielsweise Schwimmen oder Radfahren mit dem Liegerad. Auch Thrombosestrümpfe bieten einen hervorragenden Schutz vor weiteren Thrombosen. Vor längeren Reisen empfiehlt sich auch der Gebrauch einer Thrombose-Spritze, da sie das Blut kurzzeitig verdünnt und so einen möglichen Blutstau verhindert. Thrombose-Spritzen sind nur mit einem speziellen Rezept in der Apotheke erhältlich. Strümpfe sind da schon wesentlich einfacher zu erstehen. Jeder größere Drogeriemarkt hat sie heutzutage im Sortiment. 

Übrigens: Ein Thrombose-Risiko lässt sich auch im Blut erkennen. Selbst kleinste Blutgerinnsel werden nämlich vom Körper abgebaut und hinterlassen so genannte D-Dimere. Sind diese im Blutbild vorhanden, sollte ein Thrombose-Verdacht geäußert werden. 

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Schlagworte
Gesundheit | Herz-Kreislauf | Krankheiten | Sport
Autor
Alexander Scherb
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