Gelenk- und Arthrose-Special

Rücken Rückgrat haben ohne Schmerzen

Er leistet Unglaubliches, gibt uns Schutz, Halt und Unterstützung. Kein Wunder, dass der Rücken unter dieser Last häufig leidet. Doch die gute Nachricht lautet: Auch wenn die Ursache oft unbekannt ist, kann man sich bei weit verbreiteten Beschwerden helfen – zum Beispiel mit Homöopathie, Yoga und Schulmedizin
Frau hat Rückenschmerzen
     
Der Grundstein für die Krux mit dem Kreuz wurde vor Millionen Jahren gelegt, als die Evolution beschloss, den Menschen auf zwei Beinen gehen zu lassen. Für die Entwicklung unseres Gehirns war das ein Segen, weil es nun wachsen und an Gewicht zulegen konnte, ohne dass der Schädel von der Halswirbelsäule fiel. Niemand ahnte allerdings, dass der Rücken eines fer- nen Tages – das heißt heute – nicht nur zwei Drittel des Körpers und das Gehirn, sondern vor allem auch die Last unserer Gedanken würde tragen müssen. Rückenschmerzen gelten bei uns als Volkskrankheit Nummer eins, jährlich sind 20 Millionen Menschen betroffen, fast 25 Prozent aller Arbeitsunfähigkeits- tage sind dem kranken Rücken geschuldet. Dennoch ist erstaunlicherweise für fast 90 Prozent aller Rückenschmerzen keine körperliche Ursache feststell- bar. Die populäre Meinung, dass immer gleich die Bandscheibe schuld ist, stimmt gerade mal für zwei bis drei Prozent der Fälle. „Warum Rückenprobleme so häufig auftreten und welche Gegenmaßnahmen wirklich wirken, ist weitestgehend unerforscht“,  bringt Philipp Karsten, Professor für Sportmedizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, die Studienergebnisse auf den Punkt und startete darum mit seinem Team 2013 eine Untersuchung zum Thema.
 

Ursachen für den Schmerz

Auch wenn kein Befund diagnostiziert werden kann, sind sich die Experten seit Längerem einig, dass mangelnde Bewegung sowie psychische und psychosoziale Belastungen ursächlich mit Rückenschmerzen zusammenhängen. Zu Letzteren zählen Stress, Sorgen, Probleme und schwere Gedanken. Gedanken zum Beispiel über den tagtäglichen Balanceakt, wie Baby und Berufstätigkeit oder ein pubertierender 13-Jähriger mit den ersten Wechseljahrssymptomen in Einklang zu bringen sind. Über Mobbing oder die Unzufriedenheit im Job, die Midlife-Krise des Partners, kranke Eltern, materielle Sorgen oder „einfach nur“ über die Sehnsucht nach Erfüllung eigener Bedürfnisse. Wessen Rückgrat sollte alle diese Gedanken und den ganzen Stress (er)tragen können, wessen Rücken dürfte da nicht ab und zu oder gerne auch dauerhaft verspannt sein? 
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Schlagworte
Gesundheit | Home | Körper
Autor
Dr. Suzann Kirchner-Brouns