Gelenk- und Arthrose-Special

Vital-Test Gut gegen Rückenschmerzen

Carolin Streck

Zugegeben: Auch ich bin eine von diesen Berufssitzerinnen. Tagsüber am Schreibtisch, abends gern ausgiebig auf dem Sofa. Mein Rücken mag das nicht. Er protestiert gegen den Stillstand, wenn es ihm mal wieder zu viel oder besser zu wenig wird, mit Piksen hier und Ziepen dort.

Jetzt komme ich in Bewegung. Ständig. Zwangsläufig. Automatisch. Obwohl ich „nur“ sitze. So jedenfalls steht’s im Herstellerprospekt, der dem Ongo Seat beiliegt. „Gesundheit Entspannung Wohlbefinden“ verspricht er. Prima, möchte ich alles. Optisch ist der Ongo Seat jedoch eine Herausforderung. In den 60ern hätte Dietmar Schönherr alias Commander Cliff Allister McLane souverän darauf wippend seine „Raumpatrouille Orion“ durchs Papp-All lenken können. Bei mir steht das weiße Ding mit dem nicht besonders formschönen Stiel dagegen ganz irdisch im Büro. Kolleginnen kommen vorbei, grinsen und finden ihn „hübsch hässlich“. Das sieht sein stolzer Designer Eberhard Lenz anders. Er ist überzeugt, dass er aus ästhetischer Sicht „den perfekten Hocker“ ersonnen hat.

Weitere Infos

Verschiedene Modelle, verschiedene Farben (der Sitzkissen): Die Ongo GmbH verkauft den Ongo Seat ab 295 Euro auf www.ongo.eu oder über Tel. 07 11/ 46 90 78 70. Im nächsten Heft: der aufblasbare Venentrimmer gegen Krampfadern. Folge verpasst? Dann klicken Sie auf m.vital.de/vital-test.

Wenn ich den Ongo Seat anstupse, erinnert er mich an die Kopfbewegung eines Wackeldackels. Doch wie fühlt es sich an, drauf zu sitzen? Ich mache den Test. Zwei Stunden später. So lange dauert es, bis ich den Stuhl in seiner Höhe verstellt habe. Ich kann problemlos und schnell die Regale eines schwedischen Möbelhauses zusammenmontieren, doch am Ongo Seat scheitere ich. Unsere Chefredaktions-Assistentin, handwerklich höchst patent, schafft es unter Fluchen nach langwierigem Rumhantieren und Rumdrücken an der Unterseite des Sitzpolsters. Das gibt Abzüge in der Praktikabilitäts-Note.

„Ich setze zu beherzten Hüftschwüngen an, und schon macht der Stuhl Geräusche. Soll so sein.“

Dann hocke ich endlich auf dem Ongo Seat. Ongo steht für „get on & go“ – steig auf und beweg’ dich. Mache ich gern. Betrachte von oben den Fuß des Stuhles mit der integrierten Kugelbahn. Darin rotieren Murmeln, sobald ich zu beherzten Hüftschwüngen ansetze. Das macht Geräusche, die mich konditionieren sollen, immer in Bewegung zu bleiben. In einem Großraumbüro fänden meine Sitznachbarn das sicher nervtötend. Doch mich in meinem Einzelzimmer motiviert die Murmel - Carrera - Bahn tatsächlich, ständig hin und her und vor und zurück zu schwingen.

Nach ein paar Tagen geht es meinem Rücken spürbar besser. Da beim Ongo die Lehne fehlt, sitze ich automatisch gerade, wie auf einem Pezziball. Meine Schultern ziehe ich nicht mehr, wie sonst oft, hoch, mein Nacken reagiert entspannter, mein Brustkorb öffnet sich. Durch die Bewegung entlaste ich auch die untere Wirbelsäule, fühle mich nach einem Bürotag nicht mehr so „eingefroren“.

Fazit: Ja, ich bin jetzt beweglicher. Der abendliche Eindruck von „eingesessen sein“ ist weg, meine gelegentlichen Rückenschmerzen haben stark nachgelassen. Der Ongo Seat ist eine echte Hilfe im Büroalltag.

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