Ratgeber

Körperkontakt Berührungen bei Massagen tun gut

Massage

Spätestens seit Anfang des 19. Jahrhunderts ist die Bedeutung von Berührungen bekannt: Da nahm in einem amerikanischen Waisenhaus die Babysterblichkeit unerklärlich zu. Die John-Hopkins-Universität in Baltimore, Maryland, wurde mit der Untersuchung beauftragt. Man fand heraus, dass die Waisenhausmitarbeiter die Babys aus Zeitnot lediglich fütterten, sich aber nicht weiter mit ihnen beschäftigten – sie verkümmerten aus Mangel an Berührung. Das Waisenhaus startete einen Versuch und stellte Betreuerinnen ein, die die Kinder in den Arm nehmen, knuddeln und mit ihnen spielen sollten. Daraufhin sank die Sterblichkeitsrate rapide. Viele Jahrzehnte später, 1992, richtete Tiffany Field, eine Professorin für Kinderheilkunde und Psychiatrie, an der Universität von Miami ein Institut ein, das sich ausschließlich mit dem Thema Berührung beschäftigt. Ihr „Touch Research Institute“ schloss bis heute mehr als hundert Studien ab, die die positive Wirkung bestätigen. Im Mittelpunkt stehen dabei professionelle Massagen für Kinder und Erwachsene. Die führen zu weniger Schmerzen, einem Rückgang depressiver Verstimmungen oder Ängste, besserem Schlaf und einem stärkeren Immunsystem. „Jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, sich massieren zu lassen“, fordert Tiffany Field. Ist das aufgrund von Zeit- oder Geldmangel nicht möglich, plädiert sie alternativ für die Selbstmassage, um mit der eigenen Haut in Kontakt zu kommen. Den Verspannungen jeden Tag zehn Minuten Aufmerksamkeit zu schenken und die Muskeln ein bisschen zu kneten sei besser als gar nichts. Eine Fußmassage lässt sich mit ein wenig Öl sogar recht einfach bewerkstelligen. An Schulter und Rücken kann ein Tennisball zwischen Körper und Teppich oder Wand Hilfestellung leisten. Natürlich ersetzt das keine echte Massage. Aber es macht Kopfmenschen bewusst, dass sie ja noch einen Körper besitzen.

Heute lieber keine Massage

Ein paar gesundheitliche Beeinträchtigungen schließen eine Massage (zeitweise) aus: akute Entzündungen und Verletzungen, Fieber, offene Wunden, eine kürzliche Operation, Thrombosen, Krampfadern, Verbrennungen, Blutungsneigung (blutverdünnende Medikamente).

Grundsätzlich gilt: Wann immer Ihnen während der Massage etwas unangenehm ist, sofort ansprechen, sogar Kleinigkeiten. Sie sollen sich absolut wohlfühlen. Erzählen Sie vor der Massage von Beschwerden und Schmerzen, egal wo. Ebenso von Unfällen. Auch ein geheilter Bänderriss kann noch Auswirkungen haben, und im Zweifel fasst der Therapeut Sie anders an. Nur wenn es warm ist, kann der Körper entspannen. Bekommen Sie nichts, fragen Sie nach einer Decke, einem weiteren Laken oder etwas Warmem für die Füsse. Duft- und Aromastoffe können allergische Reaktionen hervorrufen. Das ist wichtig bei Ölmassagen, aber auch bei einer Duftkerze im Raum.

Bequem soll’s sein: Bringen Sie eine Jogginghose mit, wenn Sie zum Beispiel eine Thai-Massage gebucht haben, bei der Sie die Kleidung anbehalten. Bei einer Ölmassage können auch die Haare etwas abbekommen. Deshalb danach keine Verabredung legen, bei der es Ihnen aufs Styling ankommt. Oder den Masseur bitten, auf die Haare achtzugeben. Nach der Massage keinen anstrengenden Termin wahrnehmen. Am besten wirkt sie, wenn sich Körper und Seele danach ausruhen dürfen. Wunderbar und fast ein Garant für guten Schlaf: hinterher gleich ins Bett.

Viel Wasser trinken: Die Körperzellen sind nach einer Massage angeregt und sollten mit viel Flüssigkeit versorgt werden, um den Massageeffekt zu unterstützen.

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Gesund