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Gesundhet Das hilft gegen starkes Schwitzen

Schön, so ein Sommertag. Doch Sonne und Hitze haben auch ihre Schattenseiten. Was gegen starkes Schwitzen hilft, erklärt uns der Hamburger Dermatologe Dr. Welf Prager.
Frau schwitzen
  

Schwitzen ist wichtig, aber oft lästig. Wie viel gilt als normal?

Schweiß

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Etwa einen halben Liter Flüssigkeit verliert der Körper jeden Tag durchs Schwitzen. Bei Aufregung, Sport oder großer Hitze können es zwei bis drei Liter und mehr werden. Wie stark jemand schwitzt, ist individuell verschieden und hängt auch von der Zahl der Schweißdrüsen ab, die zwischen zwei und drei Millionen liegt. Alle zusammen dienen als Klimaanlage und halten die Körpertemperatur konstant bei 37 Grad.

Wie funktioniert das genau?

Wenn es heiß ist oder die Muskeln durch Bewegung Wärme erzeugen, leitet das Nervensystem ein Signal an die Haut, um eine Überhitzung des Körperkerns zu verhindern. Die Schweißdrüsen, eingebettet zwischen Leder- und Unterhaut, arbeiten dann auf Hochtouren und geben über die Poren Flüssigkeit an die Hautoberfläche ab, wo der Schweiß verdunstet und den Körper so abkühlt.

Kann sich die Schweißbildung verändern, also schwächer oder stärker werden?

Ja. Mit zunehmendem Alter schwitzen wir weniger. Vermehrtes Schwitzen kann mit den Hormonen oder dem Gewicht zusammenhängen: Frauen in den Wechseljahren schwitzen schnell. Genau wie Übergewichtige. Bei ihnen erhitzt sich der Körper rasch,weil Fett isolierend wirkt. Schilddrüsen- oder Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, aber auch Infektionen können ein stärkeres Schwitzen verursachen. Wer eine Veränderung feststellt, sollte sie vom Hautarzt abklären lassen.

Wie wird die Schweißabsonderung gemessen?

Das technische Verfahren, um die Schweißmenge zu bestimmen, heißt Gravimetrie. Diese Methode kommt zum Einsatz, wenn jemand plötzlich viel stärker transpiriert als früher oder sich durch das Schwitzen sehr unwohl fühlt. Mit einem Filterpapier wird die in einem bestimmten Zeitraum ausgeschiedene Flüssigkeit aufgesaugt und gewogen. Am Ergebnis lässt sich ablesen, ob die Drüsenfunktion im Rahmen liegt.

Mal wird der Rücken nass, mal die Hände – wieso schwitzen wir an unterschiedlichen Stellen?

Bei Hitze oder wenn wir uns anstrengen, arbeiten die Drüsen an Kopf, Achseln, Rücken und Armen auf Hochtouren. Im Gegensatz dazu werden Hände und Füße eher feucht, wenn die Psyche mitmischt. Dagegen hat sich die sogenannte LeitungswasserIontophorese bewährt: Hände oder Füße werden in ein Wasserbad gehalten, durch das leichter Gleitstrom fließt. Das drosselt die Nervenaktivität, das Schwitzen lässt nach. Nachteil: Die Behandlung muss kontinuierlich weitergeführt werden.

Wann reicht ein gutes Deo, und wann muss etwas Stärkeres her?

Das hängt von der Person ab. Mancher empfindet schon einen winzigen Schweißfleck unter der Achsel als Desaster. Oft genügt ein Deodorant mit Langzeitwirkung. Wenn das nicht reicht, können Injektionen mit Botox helfen, weil es die Verbindung zwischen den Nervenfasern und den Schweißdrüsen lahmlegt. Pro Achselhöhle sind rund 50 Einstiche nötig, die Wirkung hält etwa sechs Monate an. Eine weitere Möglichkeit: die klassische Kürettage, bei der unter lokaler Betäubung die Schweißdrüsen ausgeschabt und abgesaugt werden.

Hat sich der Einsatz von Laser-Technologie bewährt?

Die Patienten machen mit dieser minimalinvasiven Methode sehr gute Erfahrungen. Die Achsel wird örtlich betäubt, und über einen nur einen Millimeter kleinen Schnitt führt der Chirurg eine biegsame Laserfaser unter die Haut. Sie erhitzt fächerförmig das Schweißdrüsengewebe und verflüssigt es, sodass es gleich abgesaugt werden kann. Nach drei Tagen Wundheilung ist der Achselschweiß für immer Geschichte.

Prüfen Sie mit unserem Test, ob Sie übermäßig schwitzen.

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Schlagworte
Gesundheit | Haut | Helfen | Körper | Ratgeber
Autor
Sabine Knapp