Ratgeber

Moderne Heiler - Folge 4 Die Lachtherapeutin

VITAL besucht Frauen, die bewusst, fernab der Schulmedizin, kaum bekannte Verfahren gewählt haben, um zu helfen. Hier sagen sie, wie es dazu kam – und wie sie behandeln. Diesmal: Gabriela Leppelt-Remmel
Lachyogis
   

Die Bauchmuskeln beben, der Brustkorb vibriert, dann bricht es aus der Tiefe ihrer Kehle heraus wie aus einem explodierenden Vulkan. Erst als sonores Glucksen, dann als lang anhaltendes, schallendes Lachen, das ansteckt. Gabriela Leppelt-Remmel lacht anders als andere. So, wie ich es noch nie gehört – und gesehen habe. Ihr ganzes Gesicht lacht mit. Die Augen, die Stirn, sogar ihre Kinnpartie. Bis die Tränen kommen und der Körper kräftig durchgeschüttelt wird.

Wer dieses „Naturschauspiel“ einmal miterlebt hat, wundert sich nicht mehr, dass die 58-Jährige als Lachtherapeutin arbeitet. „Schauspiel ist ein gutes Stichwort“, sprudelt es aus der lebhaften Frau heraus. „Denn Lachyoga hat auch mit schauspielerischer Kreativität zu tun. Die Übungen bestehen zu einem Großteil aus fiktiver Pantomime, die zum Lachen anregt.“ Gabriela Leppelt-Remmel sieht die Fragezeichen in meinem Gesicht, springt auf, bildet mit ihrem rechten kleinen Finger und Daumen einen Telefon-Hörer – und lacht wieder dieses fast archaische Kinderlachen. „Lach yogis“ nennen diese Übung Handy-Lachen. Dann prostet sie mir plötzlich mit einem imaginären Glas zu und demonstriert mir das Cocktail-Lachen.

Das künstliche Lachen verwandelt sich schnell in ein echtes

Gabriela Leppelt-Remmel

Vor 30 Jahren zog Gabriela Leppelt- Remmel für die Liebe nach Hamburg. Dort lebt sie heute noch mit ihrem Mann. Ihre Tochter, 25, und ihr Sohn, 21, studieren

Mehr als 100 solcher Lachübungen haben ihre Erfinder, der indische Arzt Dr. Madan Kataria und seine Frau Madhuri, 1995 entwickelt. Die trugen sie getreu seines Mottos: „Wir lachen nicht, weil wir glücklich sind – wir sind glücklich, weil wir lachen“ nach der Gründung des ersten Lachclubs in die Welt hinaus. Beim Lachen ohne Grund ist der Kreativität der Übenden keine Grenze gesetzt. Regelmäßig, oft spontan, entwickelt Gabriela Leppelt-Remmel in ihren Gruppen neue Übungen. Und kombiniert sie ganzheitlich mit Dehn- und Atemübungen, Mantren und Meditationen aus dem Hatha-Yoga. „Obwohl wir anfangs nur so tun, als würden wir lachen: Ein Blick in die Augen der Mit übenden genügt – schon springt der Funke über, und wir lachen ganz wahrhaftig“, erzählt die gebürtige Rheinländerin. „Man kann sich gegen diese Gruppendynamik, gegen diese Herz-zu-Herz-Ebene nicht wehren. Lachen ist ja eine grundlegende Kommunikationsform des Menschen, ein Ausdruck von Sympathie und gegenseitigem Einverständnis. Die besänftigende und konfliktbegrenzende Wirkung von Lach yoga fasziniert mich immer wieder.“

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