Ratgeber

Therapie mit UV-Strahlen Lichttherapie gegen Schmerzen

Ob Heuschnupfen, Rückenschmerzen oder Schlafstörungen: Es werde Licht! Die moderne Medizin entdeckt die Heilwirkung der Lichttherapie bei immer mehr Gesundheitsproblemen. Die ist nicht teuer und gut verträglich.
Wald
   

Licht ist Leben, Licht ist Energie. Seine elektromagnetischen Wellen werden seit rund 25 Jahren genutzt, um Krankheiten zu heilen. Bei der Behandlung chronischer Haut - leiden wie Schuppenflechte oder Neurodermitis ist die Lichttherapie nicht mehr wegzudenken. Gegen Winterdepressionen (falls der Sommer mal wieder ausfällt) gilt sie als medizinischer Goldstandard. Und jedes Jahr kommen neue Einsatzgebiete hinzu – eine „strahlende“ Erfolgsstory.

Rotlicht bremst die Allergie gegen Pollen aus

Heuschnupfen-Patienten können aufatmen – dank der neuen Rhino-Lichttherapie. Dabei geben zwei dünne Nasensonden gleichzeitig rotes Licht mit einer Wellenlänge von 652 Nanometern (nm) und Infrarotlicht mit 940 nm ab. Der Neurologe Prof. Harry Whelan vom Medical College in Wisconsin stellte fest, dass diese Rotlicht-Kombi in der Nasenschleimhaut deutlich die Durchblutung erhöht. Das stärkt das lokale Abwehrsystem und polt seine Reaktion auf harmlose Blütenpollen wieder auf normal. Ständiges Kitzeln in der Nase und explosionsartige Niesattacken werden eingedämmt. Das therapeutische Rotlicht sollte schon sechs Wochen vor dem Pollenflug morgens und abends für je drei Minuten eingesetzt werden. Dosis in der Hochsaison: fünf- bis sechsmal pro Tag. Apotheken und Sanitätsfachgeschäfte bieten die Speziallampen an, Preis für Heimgeräte: ca. 70 Euro.

Depressionen: ein helles Strahlen für die Seele

Gegen verschiedene Arten von Depression setzen Mediziner mit großem Erfolg strahlend helle Licht - duschen mit 10 000 Lux ein. „Die Kombination von Lichttherapie und Schlafentzug ist nachweislich eine überzeugende First-Line-Methode zur Behandlung von Depressionen“, betont Prof. Jürgen Staedt, Ärztlicher Leiter der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Vivantes-Klinikum Berlin-Spandau. Vor allem Blaulicht mit einer Wellenlänge von 460 nm, das einen relativ großen Anteil des Tageslichts ausmacht, ist hochwirksam: Über die Augen aufgenommen, steigert es die Produktion der „Glückshormone“ Serotonin und Noradrenalin im Gehirn und unterdrückt die Herstellung des Schlafhormons Melatonin. Die Laune steigt. Prof. Staedt: „Das Licht sollte nicht von vorn kommen wie bei den für den Hausgebrauch verkauften Lampen, sondern von oben. Andernfalls geht durch die Blendwirkung zu viel verloren.“ Eine Bestrahlung dauert idealerweise 30 bis 45 Minuten. Am besten bei den ersten Symptomen sofort beginnen! Das hilft auch gegen Erschöpfung, chronische Müdigkeit und Burn-out. Die Therapie sollte nur ein Arzt durchführen, bei einer Depression zahlt das oft die Krankenkasse.

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