Ratgeber

Gesundheit Medikamente richtig anwenden

Richtige Medikamenten-Einnahme

Tropfen ohne Augenkontakt

Präparate, die in den Augen oder im Gehörgang wirken sollen, muss man meist tropfen. Bei Augentropfen gilt: Kopf in den Nacken legen und die angegebene Menge ins Unterlid tropfen, ohne mit der Pipette oder Flasche das Auge zu berühren. Sonst könnten Keime aus dem Auge in das Medikament gelangen. Das „getropfte“ Auge etwa 30 Sekunden geschlossen halten und dabei den Augapfel bewegen, um den Wirkstoff gleichmäßig zu verteilen. Bei Ohrentropfen gilt: Vor dem Einträufeln die Flasche ein paar Minuten in der Hand auf Körpertemperatur erwärmen – das Trommelfell ist sehr kälteempfindlich.

Die Heilung nicht zerbröseln

Filmtabletten sollten immer unzerteilt mit einem Glas Wasser geschluckt werden. Denn sie haben eine Beschichtung, die den Wirkstoff vor der Magensäure schützt oder seine Aufnahme gezielt verlangsamt. Beim Teilen würde diese Hülle brechen, die Inhaltsstoffe wären den Verdauungssäften direkt ausgesetzt – und die Tablette wirkungslos. Ebensowenig darf man Kapseln und Dragees zerteilen. Dabei würde ihr Inhalt herausfallen, die Dosierung wäre dahin. Wer „2-mal täglich eine Halbe“ nehmen soll, bekommt vom Arzt meist Tabletten mit Bruchkante verordnet und kann sich die Arbeit mit einem „Tablettenteiler“ erleichtern (in Apotheken, ca. sechs Euro). Er hat eine scharfe Klinge, die Pillen präzise halbiert.

Damit aus Nasen- kein Virenspray wird

Abschwellende oder pflegende Nasensprays erreichen ihren Einsatzort am besten, wenn Sie beim Sprühen auf den Boden gucken. Danach die Tülle mit einem sauberen Papiertuch reinigen, damit sich keine Erkältungsviren festsetzen und beim nächsten Mal die „Rückreise“ auf Ihre Schleimhäute antreten. Tipp für Rachensprays: immer Richtung Zäpfchen sprühen und dabei nicht einatmen. Manche Wirkstoffe können die Lunge reizen.

Nicht zu dick auftragen

Ärzte stellen oft fest, dass Patienten die Fläche von erkrankten Hautarealen falsch einschätzen und Salben, Cremes oder Gels über dosieren. Haben Sie je von der „fingertip-unit“, kurz FTU (Fingerspitzen-Einheit), gehört? Damit passiert das nicht. So geht’s: Üblicherweise hat die Öffnung von Arzneituben einen Durchmesser von 0,5 cm. Nehmen Sie einen Salbenstrang, der von der Kuppe des Zeigefingers bis zur ersten Beuge reicht. Beide Faktoren zusammen ergeben eine FTU, etwa 0,5 Gramm. Für eine Hand brauchen Sie beispielsweise eine FTU, für den Rücken sieben FTUs. Hormon-Gele dort auftragen, wo wenig Haare sprießen und wenig Schweiß fließt (z. B. Po, Oberschenkel, Oberarme). Nicht immer dieselbe Stelle nutzen, das optimiert den Effekt. Arzneien nicht mit Kosmetika auftragen! Das kann die Wirkung beeinträchtigen.

Sicher gepflastert

Schmerzen, Wechseljahrsbeschwerden, Rückenschmerzen – gegen zahlreiche Symptome können Ärzte praktische Wirkstoffpflaster verordnen, die nur einbis zweimal pro Woche gewechselt werden müssen. 30 Minuten nach dem Aufkleben dürfen Sie damit sogar unter die Dusche, in die Wanne oder die Sauna. Wichtig: Kleben Sie jedes Pflaster auf eine neue Stelle, sonst reizt ständiger Kontakt mit dem Klebstoff die Haut. An der Klebestelle sollte die Kleidung eher locker sitzen, damit sich das Pflaster durch die Reibung nicht ablöst. Pflaster, die einen flüssigen Wirkstoff enthalten, nicht zerschneiden.

Umdenken bei Zäpfchen

Zugegeben, nicht die angenehmste Darreichungsform, aber eine sehr effektive. Beim Einführen gilt entgegen aller Gewohnheit: mit dem stumpfen Ende voran! Dann gleitet es deutlich besser in den Darm, wo es sich auflöst.

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