Ratgeber

Trinken Wasser-Sorten im Check

Wasserflaschen

Dass wir etwa zwei Liter Wasser am Tag trinken sollten, wissen wir längst. Aber welches? Und wie unterscheiden sich natürliches Mineralwasser, Heilwasser, Tafelwasser, Quellwasser und Trinkwasser überhaupt voneinander?

Die Wasser-Sorten 

Trinkwasser ist das in Deutschland am strengsten kontrollierte Lebensmittel. „Trinkwasser unterliegt bundesweit der Trinkwasserverordnung und den Standards und Kontrollen, die darin festgeschrieben sind“, erklärt Prof. Helmut Heseker vom Institut für Ernährung, Konsum und Gesundheit der Universität Paderborn. Es stammt aus Grundwasser, Seen und Flüssen, jeder Liter kann unbedenklich getrunken werden. Das Umweltbundesamt empfiehlt aber, sogenanntes Stagnationswasser nicht zu verwenden. Gemeint ist Wasser, das vier Stunden oder länger in der Leitung stand. „Lassen Sie es so lange ablaufen, bis es kühler aus dem Hahn kommt“, sagt Prof. Heseker. Natürliches Mineralwasser entsteht aus Regenwasser, das über lange Zeit durch den Boden in die Tiefe gesickert ist. Dabei haben es Kies- und Gesteinsschichten wie ein Filter gereinigt, und auf dem Weg durch die Erdschichten hat das Wasser Mineralien aus ihnen herausgelöst. In vulkanischen Gebieten nimmt es zudem natürliche Kohlensäure auf. Durch natürliche oder künstliche Quellen gelangt das Wasser wieder an die Erdoberfläche und wird direkt vor Ort in Flaschen gefüllt. Je nach Gesteins- oder Bodenart finden sich dann verschiedene Mineralien in unterschiedlicher Konzentration im Wasser – darum schmecken alle Mineralwässer so unterschiedlich, und ihr Mineraliengehalt variiert stark. Offiziell legt die Mineral- und Tafelwasserverordnung genau fest, was ein natürliches Mineral wasser ausmacht. Heilwasser entsteht wie natürliches Mineralwasser. Aber es braucht eine Zulassung, denn es gilt als Arzneimittel: Dass es Beschwerden lindert oder sogar heilt, muss wissenschaftlich nach gewiesen sein. Mittlerweile werden in Deutschland mehr als 40 Heilwässer verkauft. Hydrogencarbonat-Wässer zum Beispiel sollen bei Magen-Darm-Beschwerden helfen und Heilwässer mit viel Kohlensäure bei chronischen Harnwegsinfekten. Quellwasser wird ebenfalls wie Mineralwasser gewonnen, unterscheidet sich von diesem aber in zwei Punkten: Es wird keine ursprüngliche Reinheit verlangt und es braucht keine amtliche Anerkennung. Es gelten die Kriterien für Trinkwasser. Tafelwasser heißt die industriell hergestellte Mischung aus mehreren Wasserarten wie Trinkwasser, natürlichem Mineralwasser und Meerwasser. Dem Mix werden Mineralstoffe und Kohlensäure in beliebiger Menge zugesetzt. Tafelwasser kann beispielsweise nur aus Trinkwasser und Kohlendioxid bestehen. Im Restaurant erkennen Sie Tafelwasser daran, dass es meist im Glas statt wie Mineralwasser in einer Flasche serviert wird.

Still oder prickelnd – Geschmackssache 

Die Deutschen trinken durchschnittlich etwa 131 Liter Mineralwasser jährlich. Davon entfielen 2011 je 43 Prozent auf Wässer mit Kohlensäure bzw. wenig Kohlensäure und 12 Prozent auf kohlensäurefreie Produkte, wobei der Anteil der stillen Wässer seit Jahren ansteigt. Die Kohlensäure gelangt ins Wasser, wenn Kohlenstoffdioxid aus dem Erdinneren aufsteigt und dabei auf Wasser trifft. Dann wird es darin gelöst. Kohlensäure beeinflusst nicht nur Optik und Geschmack, sie bewirkt auch, dass die Mineralstoffe im Wasser gelöst bleiben und es selbst bei hoher Mineralkonzentration nicht trüben. Doch auch stilles Wasser enthält von Natur aus ein wenig Kohlensäure, denn der größte Teil der deutschen Mineralwasser vorkommen entspringt Vulkanregionen mit stark kohlendioxidhaltigem Gestein. In unseren Nachbarländern enthält Vulkangestein häufig weniger Kohlendioxid, weshalb dort abgefülltes Wasser grundsätzlich weniger blubbert. Unter gesundheitlichen Aspekten besteht zwischen stillem und sprudelndem Wasser kein Unterschied. Allerdings finden viele stilles Wasser bekömmlicher, und die empfohlene Tagestrinkmenge lässt sich leichter erreichen, weil Kohlensäure den Magen zusätzlich füllt. Davon abgesehen entscheidet Ihr Geschmack.

Bio-Wässer kommen 

Immer häufiger stehen jetzt Bio-Mineralwässer in den Regalen – natürlich, wie jedes andere Mineralwasser, amtlich anerkannt. Bio-Wässer punkten mit niedrigeren Grenzwerten für Schadstoffe und Bakterien und unterliegen strengeren mikrobiologischen oder chemischen Kriterien. Zudem achten die Hersteller eher auf den Klimaschutz und engagieren sich auch ökologisch. Darum legen sie den Fokus verstärkt auf Verpackung und Umweltfreundlichkeit, denn dafür fehlen bislang klare gesetzliche Vorschriften. In puncto Ökobilanz liegt allerdings Wasser aus der Leitung ganz vorn. Denn die Kosten und Folgen von Herstellung, Abfüllung und Transport von Mineralwasser, egal ob Bio oder nicht, sind deutlich höher.

Kleiner Preis ist okay 

Die Billigwässer der Handelsmarken und Discounter beherrschen seit einigen Jahren mehr als die Hälfte des Marktes. Da werden 1,5 Liter Mineralwasser ab 19 Cent verkauft. Dass dieses Wasser genauso gut ist wie Markenwasser, zeigt eine Untersuchung der Stiftung Warentest vom August 2011: Die Wässer schnitten im Vergleich bei Sensorik und mikrobiologischer Qualität gleich gut ab. Das Material der Flasche Geschmack oder Inhalt beeinflusst die Verpackung nicht – aber die Ökobilanz. Im Handel warten 77 Prozent der Mineralwässer in Einwegflaschen aus PET auf Kunden. Die Rücklaufquote ist mäßig, später wird nur ein Drittel zu Flaschen recycelt. Den Rest füllen die Hersteller in Mehrwegflaschen ab. Die beste Ökobilanz legen PET-Mehrwegflaschen hin: Sie werden bis zu 25-mal neu befüllt und später recycelt.

Die Auswahl 

Ein hoher Mineralstoffgehalt im Wasser kann den täglichen Bedarf an Nährstoffen nicht decken, ergänzt die Ernährung aber sinnvoll. Personen mit Laktoseintoleranz oder Osteoporose werden kalziumreiche Mineral- oder Heilwässer empfohlen, das heißt mehr als 250 Milligramm Kalzium pro Liter. Für Sportler eignen sich Mineralwässer mit einem hohen Gehalt an Natrium, Kalium und Magnesium. Menschen mit Bluthochdruck sollen sich natriumarm ernähren. Dazu passen Wässer mit einem Natrium gehalt von unter 20 Milligramm pro Liter. Wie hoch ist der Mineralien gehalt meines Wassers? Der Mineralstoffrechner von Gerolsteiner zeigt es Ihnen. Er vergleicht rund 800 Wässer. www.mineralienrechner.de

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