Vital-Produkttest

Vital-Test Ein bisschen Meer

Stephan Hillig

Da war was los! Vor rund 260 Millionen Jahren war die Nordhalbkugel unserer Erde überflutet. Doch die glühend heiße Sonne ließ das Meerwasser wie eine Pfütze verdunsten. Übrig blieb Salz. Begraben unter Sandstein und Muschelkalk wurde es erst in die Tiefe gedrückt, um dann – 80 Millionen Jahren später – an diversen Stellen in ganz Europa als Salzstock wieder in die Höhe zu wachsen. So auch im rumänischen Praid.

Tja, und nun steht ein Elefant auf meinem Schreibtisch. Wie das zusammenhängt? Ganz einfach: Der Dickhäuter aus Porzellan ist quasi die Verpackung für einen Salzstock im Mini-Format: den „SoleFant“, einen Inhalator für Kinder. Laut Hersteller hilft sein „salzhaltiges Mikroklima“ gerade Pollen-Allergikern. Deren Atemwege leiden erheblich unter der überschießenden Immunreaktion. Das gilt auch für mich, seit vielen Jahren heuschnupfengeplagt.

Für Erwachsene wird der „SoleFant“ mit den gleichen Inhaltsstoffen unter dem Namen „SaltPipe“ verkauft. Dann sieht er aus, wie Inhalatoren eben aussehen: langweilig. Keine blauen Augen, kein blaues Haar und kein blauer Schwanz. Einen Elefanten, der seinen Rüssel – das Mundstück – keck in die Höhe streckt, finde ich viel lustiger. Und eine Therapie, die Spaß macht – daran zweifelt kein Mediziner mehr – hilft eindeutig besser. Sogar, wenn gar kein Wirkstoff vorhanden ist. Aber das gehört nicht hierher.

Verpackt ist der „SoleFant“ in einer himmelblauen Box. Ein kleines Guckloch in der knapp zehn Zentimeter hohen Figur erlaubt mir einen Blick auf seine inneren Werte: „Miozän Steinsalz-Salzkristalle“, erklärt der Hersteller in etwas holprigem Deutsch, „aus der Salzmine Praid, Siebenbürgen“. 260 Millionen Jahre, Sie erinnern sich...? „Beim Gebrauch der Pfeife werden durch die Feuchtigkeit der eindringenden Außenluft kleinste Salzpartikel absorbiert, welche dann in Ihr Atemwegssystem eindringen und so den vorteilhaften Effekt erzielen.“ Vorausgesetzt, man benutzt den „Sole-Fant“ täglich 15 bis 25 Minuten.

Eine Woche lang halte ich mich daran. Komisches Gefühl, denke ich zuerst. Man hat ja selten einen Elefanten im Mund! Aber je öfter ich die tatsächlich leicht salzig schmeckende Luft durch den Mund ein- und die Nase wieder ausatme, desto angenehmer finde ich mein Rüssel-Ritual. Nach jeder Inhalation fühlen sich meine Lungen ein bisschen an wie nach einem Spaziergang an der Nordsee. Nett und praktisch, aber frische Luft ohne Bewegung ist – um beim Thema zu bleiben – wie die Suppe ohne Salz: nur halb so gut.

Fazit: „Ein possierliches Exemplar“, hätte Bernhard Grzimek gesagt. Und der erste Elefant, der meinen heuschnupfengeplagten Atemwegen wirklich Gutes tut. Das echte Reizklima kann er zwar nicht ersetzen, aber ein angenehmes, leichtes Strandlauf-Gefühl stellt sich ein – und macht schnell Lust auf Meer.

Weitere Infos
Erhältlich ist der SoleFant für Kinder und die SaltPipe für Erwachsene auf www.saltpipe.de oder über Tel. 0 81 36/22 99 22.
Preis: jeweils 39,95 Euro (inklusive Mehrwertsteuer und Versand).

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