Vital-Produkttest

VITAL-Test Ohrstöpsel aus Lamellen

Praktikantin Laura Feindt

Ohrstöpsel gehören wie der Schlafanzug zu meinem Basic-Bettequipmen. Denn was das Einschlafen angeht, bin ich etwas zimperlich. Obwohl meine persönliche Schlafformel eigentlich ganz einfach ist: wohlige Wärme plus vollkommene Ruhe. Schon das leiseste Ticken des Sekundenzeigers einer Armbanduhr, Stimmengemurmel aus Nachbars Wohnung oder entfernter Verkehrslärm hindern mich daran, entspannt einzuschlafen. Meine Geräuschempfindlichkeit geht peinlicherweise so weit, dass mich sogar schon mal das Rascheln der Federn im Kopfkissen nervt.

In Sachen Lärmschutz bin ich  inzwischen also Expertin. Kein Ohrstöpselmodell, das ich nicht getestet habe. Meine Stöpselsammlung reicht von der Wachsvariante über teure, vom Hörgeräteakustiker maßgeschneiderte Silikon-Ohrstöpsel bis zum Exemplar aus Schaumstoff. Und nun sind die neuartigen Lamellen-Ohrstöpsel "SleepSoft" aus den Niederlanden an der Reihe. Sie besitzen einen Spezialfilter der laut Hersteller bestimmte wichtige Geräuschfrequenzen durchlässt, andere dagegen dämpft. So werden Störgeräusche wie Verkehrslärm und Schnarchen minimiert. Die Klingel, Weckalarm oder das Weinen des Babys bleiben jedoch gut hörbar. Von einem schnarchenden Parnter werde ich glücklicherweise verschont, nicht aber von Bahnlärm. Meine Wohnung liegt zwar schön zentral, gleichzeitig aber direkt an den Gleisen. Und auf ihnen fahren nicht nur S-Bahnen, sondern auch ICE und Güterzug.

Weitere Infos

Neben den „SleepSoft“ gehören zum Sortiment z. B. auch Ohrstöpsel fürs Schwimmen oder für Flugreisen (beim Hörgeräteakustiker und in Apotheken). Preis: je ca. 10 Euro. Infos: www.alpine.eu

Meine Erwartungen an die Earplugs sind also ziemlich hoch. "Das fängt ja gut an!", denke ich nach langem Rumgezerre. Dann lässt sich die Aufbewahrungsbox mit viel Kraft und fiesen Quietschgeräusch endlich aufziehen. Dabei hüpfen die Ohrstöpsel von ganz allein aus der grünen Plastikbox. Das war's dann wohl mit der vom Hersteller hoch angepriesenen hygienischen Handhabung. Doch zum Glück lassen sich die "SleepSoft" ganz einfach wieder mit Wasser und Seife reinigen. Das einsetzten der Stöpsel funktioniert mit einer Einführhülse. Sie wird so lange gedreht , bis der Stöpsel richtig sitzt. Und das tut er. Die weichen, flexiblen Kunsstoff-Lamellen passen sich ganz schnell an den Gehörgang an. Keine Spur von unangenhmen Druckgefühl. Mit Lamellen im Ohr ist zumindest das Rauschen meiner Heizung nicht mehr zu hören. Doch gerade als ich in die Traumwelt versinken will, holt mich ein dumpfes, klopfendes Geräusch wieder zurück in die wache Realität: blöde Güterzüge! Ein paar Handgriffe, und schon sitzten statt der Testobjekte wieder die guten alten Schaumstoff-Stöpsel im Ohr. Sie sind eben doch nicht zu toppen.

Fazit: Die Lamellen-Ohrstöpsel sind gut geeignet, um den Ohren mal eine Pause zu gönnen. Die offenen Kanäle der Akustikfilter verhindern, dass Ohrendruck oder ein Gefühl der akustischen Isolation entstehen. Sie sind jedoch nichts für sehr geräuschempfindliche Menschen. Volle Punktzahl gibt es aber für das softe Tragegefühl.

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Schlagworte
Produkttest | Technik | Trends
Autor
Laura Feindt