Liebe & Beziehung

Verena Carl Kolumne Heiraten wie es mir gefällt!

Im Mai hat Heiraten Hochsaison. VITAL-Kolumnistin Verena Carl beneidet Frauen, die zum zweiten Mal Ja sagen, ein bisschen. Denn die planen die Feier so, dass sie ihnen selbst gefällt

Hochzeits-Illustration
  

Wer heiraten möchte, sollte zwei Dinge können. Erstens: Ja sagen. Zweitens: Nein sagen. Punkt eins wird zur Sicherheit gemeinsam mit dem Standesbeamten eingeübt. Schon aus rechtlichen Gründen. Die Frage aller Fragen darf weder flapsig beantwortet werden („passt schon“) noch mit einer rhetorischen Gegenfrage („Na, was glauben Sie wohl?“). An dieser Hürde scheitert kaum eine Ehe. Schwierig wird es dagegen bei Punkt zwei. Brautpaare – vor allem: Bräute – möchten es nämlich gern allen recht machen.

Deshalb bekommen sie oft gleich zu Beginn ihrer Ehe einen Vorgeschmack auf ein Leben, das sie niemals wollten: Party im Gasthof Schnitzlfinger („Da haben wir doch schon Tante Lores Siebzigsten gefeiert!“), in einem Outfit, das optisch fünf Kilo schwerer macht („Die Mama freut sich doch so, wenn du ihr Hochzeitskleid trägst“), und mit acht entfernten Verwandten am Nebentisch, deren Namen sie sich bis zum Ende des Abends nicht merken können (Ronald? Roland?). Mit etwas Glück wird es ein großartiges Fest – von dem die Braut am wenigsten hat. Bis heute schwärmt meine Familie vom Nachtischbuffet bei meiner Hochzeit. Ich kann leider nicht mitreden. Denn ich musste abwechselnd die ersten Gäste verabschieden und die letzten begrüßen.

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Schlagworte
Beziehungen | Psychologie
Autor
Verena Carl