Liebe & Beziehung

Psychologie Kreativität verleiht Kraft

Wer gut malen oder schreiben kann, den finden wir originell. Erfinderisch zu sein bedeutet aber auch, schöpferischer mit uns selbst umzugehen, mit unserer Seele und all ihren Stärken und Schwächen. Ich-Kreativität heißt diese verborgene Kraftquelle in uns allen. Um sie anzapfen zu können, bekommen Sie hier fünf Werkzeuge – Tools –, exklusiv in Vital.
Kreative Frau
   

Ein realer Dirigent hätte vor so einem Orchester längst den Dienst quittiert: Die Streicher maulen über die erste Geige. Die forschen Bläser findet die zart besaitete Harfe einfach nur vorlaut. Der Trommler kocht innerlich vor Wut, weil er gern viel öfter auf die Pauke hauen würde. So ähnlich sieht es wohl in uns allen aus. Der Dirigent? Das ist unser bewusstes Ich. Die Musiker-Truppe? Das ist – Dienst quittieren also zwecklos – unser unbewusstes Ich.
Widersprüchliche Bedürfnisse, runtergeschluckte Gefühle, Gewissensbisse, der innere Schweinehund, Ängste, Kindheitserinnerungen – jeden Tag ringen wir mit ihnen. Manchmal wachsen wir dabei über uns hinaus. Um im Bild zu bleiben: Wir spüren auf einmal die herrliche Wucht eines Sinfonieorchesters. Sprechen mit ungewohnter Klarheit. Sind ganz bei uns. Denken nicht mehr nach, was wir tun, sondern folgen unserer Intuition. Wieso? Weil der Dirigent in diesen Momenten einen Verbündeten hat: die Ich- Kreativität.
Diese unterbewusste Kraftquelle hilft uns, zu unseren Stärken zu stehen, ihnen voll zu vertrauen und unsere Schwächen anzunehmen. Leider neigt dieser Zustand dazu, sich rar zu machen. Ich-Kreativität erleben viele Menschen als Energie, die ausgerechnet dann nicht verfügbar scheint, wenn wir sie am meisten brauchen.
„Doch wer Ich-Kreativität schon mal in sich gespürt hat, weiß, dass es sie gibt“, sagt der US-Psychologe Phil Stutz. „Sie lässt uns Dinge erreichen, die wir sonst für unmöglich halten.“ Dass sie flüchtig ist, gibt allerdings auch er zu. „Meistens finden wir nur in Notsituationen Zugang zu ihr“ – wenn unser Ich in die Enge getrieben wird. Sollen wir uns dann freuen, dass das nicht allzu oft im Leben passiert, Mister Stutz? Ist es demnach riskant, die Ich-Kreativität zu wecken?
„Das Risiko, das Sie eingehen, hat ausschließlich einen positiven Rückkopplungseffekt in Ihrem Unterbewusstsein“, ermutigt uns Stutz. „Es setzt dadurch neue Ideen frei und ermuntert Sie, daran zu arbeiten. Je mutiger Sie vorgehen, desto mehr Ideen entstehen.“ Die Ich-Kreativität beginnt zu sprudeln. Keine Gefahr also. Dass dieser Effekt ein völlig neuer Weg zum Ich ist, weiß wohl niemand besser als Phil Stutz. Er und sein Kollege Barry Michels haben mehr als 60 Jahre therapeutische Erfahrung mit der Ich-Kreativität.

Promotion
Anzeige
1 von 3
Schlagworte
Beziehungen | Psychologie | Therapie
Autor
Stephan Hillig | Friederike Schön