Liebe & Beziehung

Schicksalsschläge bewältigen Was die Seele stark macht

Psychologen haben jetzt das Geheimnis der „Stehauf-Menschen“ entschlüsselt: entscheidend ist das Wechselspiel von Genen, Persönlichkeit und Umwelt
Gelassenheit
      

Wir alle wissen, dass Schicksalsschläge zum Leben gehören. Doch darauf vorbereitet sind wir selten, denn wir leben nicht mit einem Plan B in der Tasche. Manche Menschen verlieren dann schnell die Balance und brauchen lange, um ihr inneres Gleichgewicht wiederzufinden. Andere arrangieren sich rasch mit einer veränderten Lebenssituation und versuchen, aufkommende negative Gefühle zu verdrängen. Und dann gibt es jene, die auf erstaunliche Weise immun gegen die Angriffe des Schicksals scheinen und seelisch und körperlich gesund bleiben, obwohl sie ihre Arbeit verlieren, eine Trennung bewältigen müssen oder bei ihnen eine schwere Krankheit diagnostiziert wird.

Psychologin Monika Gruhl bezeichnet diese robusten Frauen und Männer als Stehauf-Menschen, die sich nicht entmutigen lassen: „Auch wenn sie von vorn anfangen müssen, sie schaffen es immer wieder und geben nicht auf.“ In der Wissenschaft heißt dieses Phänomen „Resilienz“ (lat. resilire zurückspringen, abprallen). Um herauszufinden, wie manche Menschen derart widerstandsfähig werden, startete die amerikanische Psychologin Emmy Werner in den 50er-Jahren eine Studie, bis heute so etwas wie die Grundlage der Resilienzforschung: Sie begleitete 40 Jahre lang 700 Frauen und Männer auf der Hawaii-Insel Kauai. Die meisten von ihnen lebten als Kinder in einem von Armut, Gewalt und Drogen geprägten Milieu. Die Wissenschaftlerin wollte wissen, ob es ihnen gelingen würde, aus ihren schwierigen Verhältnissen auszubrechen. Zu ihrer Überraschung schaffte es ein Drittel, sich gesellschaftlich zu integrieren, Arbeit zu finden und eine Familie zu gründen.

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Schlagworte
Beziehungen | Charakter | Psyche | Gefühle | Glück | Psychologie | Therapie | Tipps
Autor
Birgit Weidt