Persönlichkeit

Persönlichkeit Interview: Nadja Uhl

In der Komödie „Schlussmacher“ bricht Schauspielerin Nadja Uhl ihrem sensiblen Filmpartner beinahe das Herz –Im Interview verrät sie uns, dass sie in Wirklichkeit auch Männer mit weicher Note mag.
Schauspielerin Nadja Uhl
  

VITAL: Ihr Filmpartner Toto, gespielt von Milan Peschel, ist ein zarter Kerl: weint, kocht, schläft mit Kuscheltier im Bett. Wäre so einer Ihr Typ?
Nadja Uhl:
Nun, „Schlussmacher“ ist eine Komödie, passend dazu verhalten sich die Figuren auch nicht ganz altersgemäß, sondern eher ziemlich infantil. Kati, die ich spiele, entsorgt ihr Beziehungsproblem durch Dritte: Sie lässt einen professionellen Trennungshelfer mit Toto Schluss machen. Der reagiert darauf wie ein Vierjähriger, mit Heul- und Trotzanfällen. Das wäre im wirklichen Leben wohl nicht so sexy... Nein, da bevorzuge ich Männer, die wissen, was sie wollen. Aber, und da geht es mir wie vielen Frauen: Ich möchte das ganze Paket. Häuslich, kinderlieb und einfühlsam soll er auch noch sein! In meinem Beruf kann ich ja fast täglich meine kindlichen Seiten leben, dafür suche ich in meinen privaten Beziehungen eher nach Reife und Wahrhaftigkeit. Übrigens ist Milan Peschel im wirklichen Leben auch nicht so wie Toto, sondern ein echter Kerl (lacht).

Moderne Männer erwarten von Frauen auch mehr als den perfekten Sonntagsbraten. Alle sollen alles gleichzeitig sein: Schön, schlau, erfolgreich, sensibel.... Kann es sein, dass wir uns damit gegenseitig überfordern?
Ich glaube nicht, dass die Menschen mit der Rollenverteilung früher glücklicher waren, im Gegenteil. Es ist eine große Errungenschaft, dass wir unsere Beziehungen frei gestalten können. Sollten sich Frauen heute nach diesen vermeintlich überschaubaren traditionellen Verhältnissen von früher sehnen, vergessen sie unter Umständen eines: Der Mann hat zwar das Geld nach Hause gebracht, aber dafür hat er auch das Sagen gehabt.

Ein zweischneidiges Schwert, oder?
Wissen Sie, Emanzipation bedeutet Freiheit, und mit Freiheit muss man lernen, umzugehen. Beziehungen gestalten, Aufgaben verteilen, wie es für beide passt, das erfordert viel Reife und ein gutes Gespür für die Bedürfnisse des anderen. Wobei auch traditionelle Rollen absolut stimmig sein können für ein Paar. Allerdings unter einer Voraussetzung: die bezahlte Erwerbsarbeit und die unbezahlte Arbeit für die Familie müssen dann von beiden gleichermaßen wertgeschätzt werden. Überhaupt, egal wie man die Aufgaben verteilt, es ist immer wichtig, die Fähigkeiten des anderen zu sehen und zu würdigen.

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Schlagworte
Charakter | Psyche | Psychologie
Autor
Verena Carl