Haut & Haare

Pflege Beauty-Lügen

Zitrone hellt die Haare auf, Schlaf vor Mitternacht macht schön ... Vergessen Sie’s. Zusammen mit drei Experten entlarvt VITAL die größten Mythen rund um die Schönheit und verrät Ihnen, was wirklich stimmt.
Lippenpflege
  

Lipbalm macht süchtig
Quatsch. Lippenpflegestifte machen genauso wenig süchtig wie Cremes für die Haut. Wenn die Lippen trocken sind, brauchen sie diese Extrapflege.
Aber: Das ständige Nachfetten kann zur Gewohnheit werden. Am besten mal der Versuchung widerstehen und prüfen, ob die Lippen wirklich permanent einen Balm benötigen. Und ob sie wirklich trocken werden, wenn Sie mal einen Tag nicht nachfetten.

Zahnpasta hilft gegen Pickel
Zahnpasta hat zwar eine leicht austrocknende Wirkung, Fluoride & Co. haben aber auf der Haut nichts zu suchen und können sogar Reizungen auslösen.
Besser:
Antibakterielle Spot-Gele. Sie enthalten oft Salicylsäure und beruhigende Substanzen, die die Haut leicht schälen und Rötungen und Entzündungen lindern.

Haarkuren reparieren
Spliss Kuren und Spitzenfluids kitten die ausgefransten Haarspitzen nur und lassen sie optisch gesünder wirken. „Letztlich besteht unser Haar aus aneinandergereihten toten Keratinzellen – und deren Struktur lässt sich durch Pflege nicht entscheidend verändern“, sagt Haarstylist Sascha Galow.
Besser:
Alle acht bis zwölf Wochen beim Friseur mindestens einen Zentimeter opfern. So gewinnt das Haar an Länge, bleibt aber gleichzeitig gesund.


Nagellack trocknet schneller, wenn man ihn anpustet
Klappt leider nicht. Weder durch Pusten noch durch Händewedeln lässt sich die Trocknungsdauer der Lackschichten verkürzen.
BESSER
: Ein bisschen Geduld haben. Staubtrocken sind die Nägel meist schon nach einer Viertelstunde. Bis aber zwei oder drei Schichten Farblack vollkommen durchgetrocknet und -gehärtet sind, vergeht mindestens eine Stunde. Kosmetikerin Judith Nathan: „Beschleunigen kann man das Ganze mit Schnelltrockner-Sprays oder -Tropfen. Sie lassen den Lack wirklich schneller aushärten.“

Nur Dicke kriegen Cellulite
Nein, die relativ labile Struktur des weiblichen Bindegewebes ist die Grundursache für Cellulite. Diese Struktur ist genetisch bedingt und trifft sowohl dünne als auch dicke Frauen.
Aber:
Bei einigen Pfunden zu viel sind die Fettzellen praller gefüllt und können sich deutlicher durch die Haut durchdrücken – das typische Orangenhaut-Muster. Mit Abnehmen lässt sich zumindest das Aussehen der Haut ein wenig verbessern. Und: Viel Vitamin C hilft beim Aufbau von Kollagenfasern, die das Bindegewebe wieder etwas straffen.

Seife trocknet die Haut aus
Nicht unbedingt. Nur aggressive Tenside wie etwa Natrium-Laurylsulfat haben eine austrocknende Wirkung.
Besser:
Seifenfreie Waschstücke (Syndets) verwenden, die auf den pH-Wert der Haut abgestimmt sind. Auch gut: Seifen mit rückfettendem Oliven- und Lorbeeröl oder milden Tensiden aus Zucker oder Kokos. Die eignen sich sogar für die zarte Gesichtshaut. Hautarzt Dr. Duve: „Menschen mit sehr trockener Haut oder Neurodermitis sollten auf Seifen aber besser verzichten.“

Sonne heilt Hautunreinheiten
Das scheint so, aber dank der zunehmenden Bräune der Haut fallen die rötlichen Pickelchen nur weniger auf. Durch UV-Strahlen verdickt sich die Hornschicht der Haut, und in Kombination mit einem fetthaltigen Sonnenschutzprodukt können sich die Unreinheiten sogar verstärken.
Besser: Fettfreie und sogenannte nicht- komedogene Sonnengele verwenden. Und gerade im Sommer regelmäßig ein sanftes Peeling machen, um verhornte Hautschüppchen zu lösen.

Dunkle Augenringe deuten auf eine Krankheit hin
Meist steckt hinter einem permanenten Pandabär-Look eine relativ dünne Haut, durch die die Blutgefäße oder die bläuliche Knochenhaut durchschimmern.
Aber:
„Gehen die Augenringe jedoch mit einer permanenten Schwellung der Unterlider einher, sollte man das vom Arzt abklären lassen. Das kann nämlich auf Herzprobleme, eine Nierenschwäche oder eine Allergie hinweisen“, so Hautarzt Dr. Duve.

Haare wachsen schneller, wenn man sie regelmäßig schneidet
Schön wär’s, aber das Wachstum lässt sich durch häufiges Schneiden nicht beeinflussen. Genetisch bedingt wachsen die Haare – so oder so – rund 1,2 bis 1,5 cm pro Monat.
Besser:
Die Haare gut pflegen, damit wenig Spliss entsteht. „Das regelmäßige Schneiden bewirkt allerdings, dass die Haare auf einer Linie enden und nicht dünn und abgefressen aussehen. Denn das Haar wächst nicht überall gleich schnell, sondern unterschiedlich je nach Wachstumsphase des einzelnen Haars“, so Haarstylist Sascha Galow.

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Schlagworte
Haare | Körperpflege | Kosmetik
Autor
Silke Amthor