Haut & Haare

Naturkosmetik Getreideprodukte zum Selbstanrühren

Sechs Richtige: Weizen, Mais, Sesam, Reis, Hafer und Soja liefern Energie, wertvolle Fettsäuren und viele Vitalstoffe für eine ausgewogene Ernährung. Auch die Beauty-Industrie hat das Potenzial auf dem Acker entdeckt und Produkte aus den Naturkörnern entwickelt. Was die wichtigsten Feldpflanzen alles können – plus Rezepte zum Selbstanrühren.
Reis Produkte
   

Hafer sticht nicht nur. Er ist das Relax-Korn für sensible Haut

Ursprünglich stammt der energiereiche Hafer aus der nördlichen Schwarzmeerregion. Doch schon die alten Germanen sahen in ihm mehr als ein Futter- und Grundnahrungsmittel: Weil sie Pferde als heilige Tiere verehrten, galt er als „Götterspeise“. Auch die Ordensfrau Hildegard von Bingen (1098–1179) und Pfarrer Kneipp (1821–1897) erkannten die Heilkräfte des Süßgrases: Als grüner Hafertee soll es entwässern und gegen Erschöpfung helfen, im Strohbad gereizte Haut beruhigen. Unsere Großmütter müssen die Beauty-Power mehr als geahnt haben: Masken aus Hafermehl galten als Geheimtipp, um einen empfindlichen Teint zu entspannen. Das macht schön: Neben straffender Kieselsäure findet die Beauty-Industrie die sogenannten Avenanthramide (von „avena sativa“, lat. für Hafer) am interessantesten. Sie stillen Juckreiz, wirken entzündungs hemmend und entspannend. Allerdings werden sie nur unter bestimmten Bedingungen und in kleinen Mengen gebildet und deshalb für den Einsatz in Cremes synthetisch nachgebaut (z. B. als Symcalmin). Zur Pflege von Haut, Haaren und Kopfhaut wird vor allem lipid- und proteinhaltige Hafermilch in die Rezeptur gerührt: Haferproteine binden Feuchtigkeit, und aus Hafer gewonnene Zuckermoleküle straffen die Haut.

Hafer-Packungen beruhigen empfindliche Haut. 2 EL Haferflocken, 1 TL Honig und 4 EL heiße Milch zu einem Brei verrühren, abkühlen lassen und auf das Gesicht streichen. Etwa 20 Minuten einwirken lassen und dann mit feuchten Kompressen abnehmen.

Mais spendet jenseits vom Popcorn-Image Feuchtigkeit
In latein- und nordamerikanischen Legenden spielt Mais eine wichtige Rolle. Nach dem Schöpfungsmythos der Maya zum Beispiel haben die Götter den ersten Menschen aus Mais geschaffen. Nicht nur die Indios mahlten (blauen) Mais für ihre Zeremonien, sondern auch die Hopi-Indianer: Sie ehrten die Getreidegötter mit Festen und Mais-Tänzen. Die Schamanen erkannten die Heilkraft des Korns und behandelten diverse Hautkrankheiten mit Maisumschlägen. Legendär sind auch die Reinigungsrituale mit Blauem Mais, der sanft peelend wirkt. Noch heute bieten viele amerikanische Wellness-Häuser ein „Blue Corn Body Polish“ als Ganzkörperpeeling an, ein Treatment aus Mais, Salz und Ölen mit einer anschließenden Regendusche im Liegen. Das macht schön: Maiskeimöl bzw. aus Maisstärke gewonnener Zucker zieht Feuchtigkeit. Dadurch kann er Trockenheitsfältchen im Gesicht glätten und die Körperhaut schön geschmeidig halten. Mais soll (häufig in Kombination mit anderen Pflanzenextrakten wie Soja, z. B. als Fucogel) ausgetrocknete Haut aktivieren, wieder normal zu funktionieren, d. h. hauteigene Feuchtigkeit besser zu speichern und auch in tieferen Hautschichten Feuchtigkeitsdepots aufzubauen.

Maiskeimöl-Wickel pflegen den Hals. Dazu das leicht erwärmte Maiskeimöl mit einem (Back-)Pinsel auf den Hals streichen, kleines Zellophanstück und Handtuch drüberwickeln und 10 bis 20 Minuten einziehen lassen. Die Reste mit Kompressen abnehmen oder einmassieren.

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