Haut & Haare

Entspannung: Pflege Happy Aging

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Alters-Trend in der Modewelt

Ausgerechnet Domenico Dolce und Stefano Gabbana brachen das Tabu: Die Mailänder Modeschöpfer, sonst bekannt für hautenge Kleider mit viel Spitzenstoff und Dekolleté, buchten 1999 die damals 49-jährige grauhaarige Cindy Joseph als Gesicht ihrer weltweiten Werbekampagne. Falten und weiße Haare waren zuvor Merkmale, die Modehäuser bestenfalls bei zahlungskräftigen Kundinnen akzeptiert hätten. Es wäre nicht sonderlich überraschend gewesen, wenn „Best Ager“-Beauty wie so viele andere Moden nichts weiter gewesen wäre als ein Strohfeuer. Doch weit gefehlt: Die Begeisterung hat sich zum echten Trend gemausert. 2014 ließ Dior schlohweiß gefärbte Mädchen die aktuelle Sommerkollektion präsentieren, selbst der berufsjugendliche Jean Paul Gaultier traut sichheute in die Grauzone. Mittlerweile gibt es sogar eine Agentur, die sich auf Models jenseits der 50 Jahre spezialisiert hat: Zineta Blank vertritt graue Eminenzen wie Carmen Dell’Orefice, 82, oder die modelnde Genfer Anwältin Catherine Loewe, 59.

Wer schön sein will, muss nicht gleich faltenfrei sein

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Der Trend, der mit dem Slogan "60 ist das neue 30" von sich reden macht, hat auch in der Praxis der Münchner Dermatologin Dr. Patricia Ogilvie Einzug gehalten. Sie erlebt immer öfter, dass Ü-50-Patientinnen mit ihrem Alter kein Problem haben. „Die meisten Frauen wollen nicht jünger aussehen. Sie wollen lediglich bestimmte Merkmale nicht mehr an sich sehen – einzelne Falten oder auffällige Pigmentflecken zum Beispiel.“ Nicht selten rät die Hautärztin allerdings von einer Behandlung dieser vermeintlichen Störfaktoren ab, und zwar dann, wenn ihr die Makel mithilfe eines Vergrößerungsspiegels erklärt werden. „Solche Details sind für das Gesamtbild weniger erheblich als viele vermuten“, beteuert Ogilvie. „Jugendlichkeit und Attraktivität sind zwei paar Schuhe. Ein Gesicht kann auch mit Falten schön sein, wenn es strahlt, lebendig und fröhlich aussieht.“ Statt der Faltenunterspritzung verordnet sie in solchen Fällen eher ein Peeling, das den Teint insgesamt ein wenig auffrischt – ohne auszubügeln, was das Leben an Spuren hinterlassen hat. Dieses Treatment funktioniert auch hervorragend zu Hause: Ein-, zweimal pro Woche ein leichtes Peeling (z. B. Kneipp „Enzympeeling Puder“, 18 g ca. 10 Euro) zu machen, verleiht dem Teint einen Hauch von Frische. Angst vor zu viel des Guten muss niemand haben, denn für empfindliche, trockene und reife Haut gibt es eine Alternative zu den klassischen Produkten mit Schleifpartikeln: Peelings, die durch niedrig dosierte Fruchtsäuren sanft wirken (z. B. Schaebens „Erdbeer Fruchtsäure-Maske“, zwei Portionssachets ca. 1 Euro).

Frische, rosige Haut für eine junge Ausstrahlung

Vor allem Alphahydroxysäuren – kurz: AHAs – werden eingesetzt, um trockene, schuppende Partien von Ballast zu befreien. Die Königsdisziplin für reife Schönheit ist allerdings die Hautpflege. Was nicht zu Missverständnissen führen darf. „Keine Creme kann starke Falten besiegen“, betont Patricia Ogilvie. „Aber wenn die Haut durch eine Creme besser durchfeuchtet ist, und diese Creme noch ein paar Licht reflektierende Pigmente enthält, dann sieht man auf Anhieb frischer aus.“ Solche Details mögen unbedeutend erscheinen, sie sind es aber nicht. Wie sehr sie die intuitive Wahrnehmung eines Menschen bestimmen, hat im vergangenen Jahr eine Studie der schottischen University of St Andrews bewiesen. Die Forscher ließen Versuchsteilnehmer am Computer die Hautfarbe in Porträts so verändern, dass die abgebildeten Personen möglichst attraktiv aussahen. Zielsicher wählten die Studienteilnehmer genau die Hautstruktur, die auf sauerstoffhaltiges helles Blut hinweist – ein untrügliches Zeichen für körperliche Fitness und ein intaktes Herz-Kreislauf-System. Um jenes frische Rosé auf den Wangen zu fördern, das den Instinkten unseres Gegenübers so gut gefällt, müssen wir zum Glück keineswegs zu sündhaft teuren Seren und Elixieren über 100 Euro greifen. Gut konzipierte Feuchtigkeitscremes sind schon die halbe Miete, indem sie Wasser speichernde Stoffe auf und in die Haut legen. So sorgen sie dafür, dass diese praller und das Blut in den Kapillaren minimal sichtbar wird. Dieses Kunststück gelingt auch dem Mutterschiff bodenständiger Hautpflege, der Nivea-Creme, die mit dem bewährten Moisturizer Glyzerin Wasser in der Haut bindet.

Die Wundermittel für ein junges Hautbild

Auch ein bewährter, in strengen und unabhängigen Studien bestätigter Wirkstoff ist zum Beispiel das Vitamin-Derivat Retinol. Es schützt und stärkt selbst in geringer Konzentration das Kollagen, mit dem unsere Haut aufgepolstert ist. Ebenfalls durch klinische Studien bestätigt ist die Wirkung von Antioxidantien wie Vitaminen und Flavonoiden, die eine po­tente Verteidigungslinie gegen Hautstress bilden. Ähnlich verlässlich arbeiten Pep­tide – mehr oder minderkleine Ketten aus Aminosäuren, die eine Fülle von Prozessen in der Haut auslösen können und noch vor kurzem Privileg der Luxusmarken waren. Oder ein letztes Beispiel: Hyaluronsäure, vor zehn Jahren nur in Spritzen und beim Arzt erhältlich, kann mittlerweile so güns­tig durch Bio­-Hightech hergestellt werden, dass auch sie Einzug in die Drogeriemärkte gehalten hat. Damit sich die Wirkstoffe optimal ent­falten können, helfen einige Anwendungs­tipps. Es ist in jedem Fall eine Herausfor­derung, die Aktivstoffe durch den hautei­genen, ganz auf Abwehr von Fremdstoffen gepolten Säureschutzmantel zu schleusen. Ist die Haut schlecht gereinigt, wird der Weg für die Moleküle noch schwerer. Ab­schminken und reinigen sind also Pflicht.

Richtiges Auftragen für ein jüngeres Auftreten

Und auch beim Auftragen gibt es Tricks. Wird ein Produkt mit zu viel Druck ein­gearbeitet, leidet vor allem die sensible Haut rund um die Augen. Besser ist es, die Creme in dieser Region mit den Mittel­fingern eher einzuklopfen als einzureiben. Weltmeisterinnen in dieser Disziplin sind übrigens die Japanerinnen: Sie aktivieren beim Auftragen von Cremes sogenannte Tsubos, Energiepunkte aus der Akupressur. Es ihnen nachzumachen, ist gar nicht schwer. Streichen Sie mit Zeige­- und Mittel­finger von der Stirnmitte zu den Schläfen, von den Nasenflügeln zu den Wangen und um den Mund herum. Zum Abschluss mit den Handflächen vom Hals über das Kinn nach oben zu Ohren und Schläfen streichen. Eine Creme, die unsere Haut jenes kleine, aber entscheidende bisschen rosiger macht – die passt auch in den Alltag einer ganz normalen Frau. Damit wir mit dem Ergebnis wirklich zu­ frieden sein können, braucht es aber noch eine weitere Zutat, gibt die Hamburger Dermatologin Dr. Susanne Steinkraus zu Bedenken. Sie bemerkt immer wieder, dass viele Frauen sich zu stark von einem perfekten Image beeinflussen lassen. „Die Werbung zeigt ein neues Bild von reifen Menschen. Da springen Models mit einer tollen Figur und einer fantastischen Haut durchs Bild und sehen wunderbar aus. Aber man muss sich ins Gedächtnis rufen, dass in Wirklichkeit niemand so aussieht. Bei solchen Fotos wird mächtig retuschiert.“ Ihre Empfehlung: Wir sollten ruhig An­sprüche ans eigene Äußere stellen, aber keine überhöhten Erwartungen hegen. Was zum wahrscheinlich schönsten Privi­leg echter Happy Ager führt: Sich von früh bis spät Stress ums eigene Äußere zu ma­chen, überlassen sie ganz entspannt dem Nachwuchs.

 

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