Mode

Kleidung ohne Chemie Ökologische Mode

Stoff wird oft heftig behandelt. Dass man Mode ohne Chemie färben und veredeln kann, sehen Sie hier. Und Sie lesen, wie ökologisch die indischen Modedesigner heute arbeiten.
Tunika mit Spitze
   

Die Zukunft der Mode beginnt im Bundesstaat Goa. Bei Wendell Rodericks, einem Modeschöpfer, den manche den Karl Lagerfeld Indiens nennen. Rodericks entwirft Roben aus Bio-Baumwolle, gefärbt mit pflanzlichen Extrakten. Farbenprächtig sehen die Outfits dennoch aus und mit ihren verspielten Details absolut feminin. Soll heißen: Seine Mode ist chic, aber nicht schädlich.

„Spüre die Natur in dir“, steht auf der Wand seines Eco-Showrooms. Das meint er durchaus programmatisch. In puncto Öko-Mode verfolgt das ganze Land ehrgeizige Ziele: Seit drei Jahren liegt Indien unangefochten auf Platz eins der globalen Rangliste von Bio-Baumwoll-Produzenten, es liefert 80 Prozent der weltweiten Ernte. Nun geht es darum, im großen Stil in großen Maschinen zu färben, damit nicht nur Wendell Rodericks beliefert werden kann, sondern jeder Kunde in der ganzen Welt. Das ist nicht abwegig. Ann Shankar zum Beispiel, die seit 30 Jahren in Indien lebt und eine Öko-Färberei gegründet hat, wird von den Vereinten Nationen gefördert und reist inzwischen zu Modemessen, um ihre Stoffe und Farben anzupreisen. So erzählt sie den Modefabrikanten beispielsweise, dass sie eben keine aufwendige Technik braucht, um die bei ihrer Pflanzenfärberei anfallenden Abwässer zu klären. Was an Wasser und Klärschlamm übrig bleibt, bewässert und düngt Reis, Gemüse und Obst auf den Feldern nebenan. Sie findet, eine umweltfreundliche Faser sollte nicht im Laufe der Verarbeitung durch ein Bad von Chemie gezogen werden, etwa Azofarbstoffe, die krebserregende aromatische Amine abspalten. Die sind in Europa zwar verboten, aber 90 Prozent unserer Kleidungsstücke werden in Niedriglohnländern gefertigt, wo niedrigere Umweltstandards gelten.

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Bio | Mode | Nachhaltigkeit | Ökologisch