Kreativ-Tipp

Selbermachen Ich bin so kreativ

Ideen entwickeln, mit Materialien experimentieren, mit Herz und Händen etwas Eigenes schaffen – noch nie hatten wir daran so viel Spaß wie heute. Kreativität verschönert das Leben und spiegelt die Persönlichkeit. Hier gibt’s schöne Ideen.

    

Wir vergessen die Zeit. Grübeln über die nächste Masche, den nächsten Stich. Fluchen über den Nagel, der nicht gerade ins Holz will. Und doch: Zum Schluss – wenn der gehäkelte Schal oder das bestickte Kissen fertig ist oder der Bilderrahmen repariert an der Wand hängt – wartet die Belohnung. Nicht nur das Ergebnis, sondern auch ein sprudelndes Glücksgefühl, der Stolz über das Vollbrachte und die Gelegenheit, den goldenen Satz zu sagen: „Das habe ich selbst gemacht.“

Unsere Sehnsucht nach dem „Heile Welt“-Gefühl

Warum erfüllt uns das Selbermachen, das Basteln, Schrauben, Zeichnen oder Häkeln so sehr mit Glück? Sophie Pester und Catharina Bruns kennen ein paar Antworten. Beide sind begeisterte Handarbeiterinnen, beide lie- ben Design, das nicht nur das Leben verschönert, sondern auch einen Sinn erfüllt.

Die Gründerinnen der Internet- Plattformen www.hello-handmade. com und www.supercraftlab.de wollen nicht nur den Austausch zwischen kreativen Kleinunternehmern fördern, sondern möglichst viele Menschen inspirieren. In ihrem Manifest schreiben sie: „In allen Dingen, die wir mit Herz und Händen schaffen, liegt ein Zauber, der in Massenware nicht zu finden ist. Wer liebt, was er tut, gibt in seiner Arbeit ein Stück dieser Liebe weiter.“ Vor allem der Prozess des Erschaffens gehört zu den Glück bringenden Erlebnissen beim Selbermachen. Das kennt jeder, der nur einmal eine weiße Wand farbig angemalt hat. „Das Erstaunliche an der Handarbeit ist ja, dass ich produktiv bin, mich währenddessen entspannen kann und am Ende ein Erfolgserlebnis habe. Diese Kombination ist selten und ein schöner Gegensatz zur Arbeitswelt“, so beschreibt es Catharina Bruns.

Fast scheint es, als erfülle das Selbermachen auch unsere Sehnsucht nach einem „Heile Welt“-Gefühl: Wir erschaffen etwas mit unseren eigenen Händen, wissen, wie dieses Werk entstanden ist und aus welchen Materialien es besteht. Auch darum erscheint vielen heute eine gehäkelte Henkeltasche mehr wert als das angesagte Modell eines Luxuslabels, weil sie einmalig ist und mit Liebe angefertigt.

Außerdem war es noch nie so leicht, gleich loszulegen, besonderes Geschick ist nicht zwingend nötig: Inspiration und Anleitungen finden sich im Internet massenhaft zum Runterladen, viele Shops bieten fertige Do-it-yourself-Pakete zum Bestellen an.

Dinge selber machen ist Selbstverwirklichung

Auch die Trendforscher haben inzwischen entdeckt, dass selbst gefertigte Produkte keine Randerscheinung mehr sind: Statt vom simplen „Basteln“ sprechen sie nun vom „Crafting“, ein schickerer Oberbegriff aus dem Engli- schen, der dem Phänomen den ernsten und erwachsenen Anstrich verleiht, den es verdient.

Catharina Bruns möchte die Philo- sophie des Selbermachens auf das ganze Leben ausdehnen: im Sinne von Selbstgestaltung, Selbstständigkeit und letztendlich Selbstverwirklichung. Gerade ist ihr Buch „Work is not a job“ (Campus Verlag, 240 Seiten, 19,90 Euro) erschienen, das sie selbst illustriert hat, worauf sie sehr stolz ist. Allen, die gern kreativer sein wollen, empfiehlt sie: „So intensiv wie möglich am Leben teilnehmen. Rausgehen, reisen, auf Märkte gehen.“ Dann ist ein kaputter Bilderrahmen kein Problem mehr, sondern ein Geschenk für die eigene Kreativität.

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