Natur

Bio Wolle von glücklichen Bio-Schafen

Wolle aus ökologischer Haltung – kuschelig auf der Haut, mit modernen Schnitten und tollen Farben. So wünschen wir uns das. Doch das ist gar nicht so selbstverständlich.
Bio Schaf
   

Gut für den Menschen und gut fürs Tier – erfahren Sie hier, was das beim Thema Wolle bedeutet

Kaum ein Stoff lässt so schöne Assoziationen zu wie die Wolle. Wolle – das sind glückliche Schafe auf Norddeutschlands Deichen. Wolle – das ist der Teppich, der die nackten Füße streichelt. Wolle – das ist der Lieblingspullover, der uns jahrelang durch den Winter begleitet. Wen die Woll-Lust gepackt hat, den lässt sie nicht mehr los! Das liegt vor allem an den speziellen Eigenschaften des Naturhaars. Reine Wolle ist weich und wärmt. Sie ist elastisch, knittert nicht und weist Schmutz gut ab. Die Naturfaser ist atmungsaktiv und saugfähig. Weil Wolle bis zu 30 Prozent ihres Eigengewichts an Flüssigkeit aufnehmen kann, ohne sich feucht anzufühlen, ist sie, kombiniert mit Hightech-Materialien, für Sportbekleidung besonders interessant.

Die Crux mit dem Kaschmir

Kaschmirwolle stammt von Ziegen, die vorwiegend in Nordindien in der Region Kaschmir, in Pakistan, China und der Mongolei sowie dem Iran vorkommen. Die Haare werden durch Schur oder durch Auskämmen von Hand gewonnen. Das feine Unterhaar ist extrem weich und fein und wird auch für Paschminas verwendet. Kaschmirwolle aus „kontrolliert biologischer Tierhaltung“ (kbT) spielt im weltweiten Handel eigentlich keine Rolle.

Denn oft wird die Wolle von Nomaden geliefert, deren Tierhaltung sich ökologisch nicht standardisieren und überprüfen lässt. Dann ist zwar kbT „drin“, aber es steht nicht drauf. Bei der aus China stammenden Kaschmirwolle dagegen kann man sich nicht unbedingt auf die Echtheit der vorgelegten Zeugnisse verlassen. Dann steht kbT drauf, aber „drin“ ist etwas anderes.

„Deshalb ist Wolle beliebt“, bestätigt auch Johann Mittermayr von der Australian Wool Innovation in Düsseldorf. „Vor allem die Italiener schätzen die Faser – und zwar sowohl für Strickwaren als auch für Oberbekleidung.“ Wie viel Natur steckt nun aber in der Wolle? Wolle ist erst mal eine Naturfaser. Sie stammt vom Fell des Schafs, von Lama und Kamel, Ziege und Kaninchen. Bei ihrem tierischen Ursprung hat man deshalb auch das Gefühl, dass Wolle durch und durch Natur ist, nachhaltig und ökologisch. Und das stimmt auch. Aber nur bei etwa 1,5 Prozent der weltweiten Wollproduktion! Denn das ist die geschätzte Jahresproduktion aus „kontrolliert biologischer Tierhaltung“ (kbT). „Jährlich werden etwa 1500 Tonnen tierischer Wolle aus rein ökologischer Haltung gewonnen“, weiß Thomas Bolte, Pressesprecher der Bremer Wollkämmerei. Umgerechnet sind das etwa 3 Millionen Wollpullover jährlich. Das wäre aber nicht einmal genug, um beispielsweise die Bewohner Berlins mit der Öko-Wäsche einzukleiden.

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Bio | Kleidung | Ökologisch