Reisen

Reise Endstation Sehnsucht

Wer nach Bali reist, ist meist auf der Suche: nach magischen Momenten für alle Sinne. Und die gibt es reichlich auf der Insel der Göer, Dämonen – und erfüllten Träume.
Insel Bali
  
Der schillernd grüne Leguan flitzt ins Dschungeldickicht. Wird auch Zeit. Irgendwie fühlt man sich beobachtet, wenn eine respektable Echse am Beckenrand hockt und stoisch die Schwimmkünste beäugt. Aber jetzt: endlich allein! Mien im dunkel schimmernden, seidenweichen Wasser des Hotelpools im tropischen Regenwald bei Ubud. Nur das Rauschen des Ayung-Flusses dringt aus dem Tal herauf. So hört und fühlt sich Frieden an.
 
Erst mal ankommen. Auf Bali, diesem magischen Stück Land, das – geformt wie eine Flunder – in der indonesischen Inselkee im Indischen Ozean Richtung Australien schwimmt. Zwei, drei Nächte in einem der verwunschenen Hotels am Ortsrand von Ubud sind ein paradiesischer Einstieg, um den hiesigen Lebensrhythmus aufzunehmen. Diesen faszinierenden Flow aus geschäiger Gelassenheit und gelassener Geschäigkeit. Balinesen sind Meister darin, sich zwar eifrig um mehr Achtsamkeit zu bemühen, aber umso ruhiger ihrer Arbeit nachzugehen. Eine Haltung, die der gemeine Europäer meist nicht verinnerlicht hat. Der Weg dahin ist daher das Ziel fast jeder Bali-Reise, für Neulinge fängt er idealerweise im zentral gelegenen Ubud an. Das quirlige Städtchen war mal ein kleines Künstlerdorf. Heute bestimmt ein bunter Mix aus Restaurants und Läden das Straßenbild, verkaufen Maler, Silberschmiede, Holzschnitzer, Bildhauer und neuerdings Modedesigner ihre Arbeiten. Fürs Erste einfach links liegen lassen. Vor der Einkehr dort liegt die innere. Deshalb direkt von der Hauptstraße aus, gleich neben dem „Café Lotus”, dem Trampelpfad folgen. Vorbei an verwinkelten Gehöen und munter krakeelenden Hähnen, die unter geflochtenen Käfighauben auf ihren nächsten Kampf warten, führt er auf eine Hochebene. Dort ist man miendrin – in der atemberaubenden Weite der Reisfelder, durch die das Flüsschen Mumbul mäandert. Loslaufen und unterwegs in aller Ruhe bei Einheimischen nach einem preiswerten, idyllisch gelegenen Quartier für die nächsten Tage suchen. Wo es „Bed & Breakfast“ gibt, verraten handgemalte Schilder am Wegesrand.
 
Es ist ein Spaziergang, der einen schnell die Zeit vergessen lässt. Was am späten Nachmiag durchaus seine Tücken hat. Der Begriff „Einbruch der Dunkelheit“ ist in diesen Breiten wörtlich zu nehmen. Laternen? Fehlanzeige! Binnen Minuten ist der Weg nicht mehr zu sehen, was beim Balancieren auf o nur fußbreiten, rutschigen Dämmen mit einem Bad im Reisfeld enden kann. Aber es ist wenigstens nicht kalt.
 
 
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Schlagworte
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Autor
Angelika Ricard-Wolf